FeedSchneckenburger (Max)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Schneckenburger (Max), der Dichter des deutschen Liedes Die Wacht am Rheino (s. d.), geb. 17. Febr. 1819 zu Thalheim im württemb. Schwarzwaldkreis, war bis 1839 Gehilfe im Droguengeschäft von Rauter u. Blau in Bern und wurde dann Teilhaber einer unter der Firma Schnell u. Schneckenburger neu gegründeten Eisengießerei in Burgdorf (16 km nordöstlich von Bern), wo er 3. Mai 1849 starb. Die Entstehung des Liedes fällt in das Frühjahr 1840, als Thiers an der Spitze des franz. Kabinetts einen europ. Krieg zu provozieren suchte, welcher den Franzosen die 1814 und 1815 verlorene Rheingrenze wieder verschaffen sollte. Das Lied blieb lange ziemlich unbekannt und erlangte erst 1870 im Sommer beim Beginn des Deutsch-Französischen Kriegs durch die Komposition von Karl Wilhelm seine Bedeutung. Nach dem Versailler Frieden von 1871 erhielten, gleich dem Komponisten, auch die Hinterlassenen des Dichters (Witwe und zwei Söhne) vom Reichskanzleramte eine Nationaldotation von jährlich 1000 Thlrn. zugesichert. Aus S.s Nachlasse erschienen „Deutsche Liedern (Stuttg. 1870).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 440Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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