FeedWilhelm (Karl)
MusikBrockhaus 1882

Wilhelm (Karl), der Komponist des Liedes „Die Wacht am Rhein » (s. d.), geb. 5. Sept. 1815 zu Schmalkalden, bildete sich unter Spohr in Kassel und Aloys Schmitt in Frankfurt a. M. musikalisch aus, wirkte seit 1841 in Krefeld als Musiklehrer und Musikdirektor mehrerer Gesangvereine, zog sich aber 1865 wegen zunehmender Kränklichkeit nach Schmalkalden zurück. Bei Gelegenheit der Silbernen Hochzeit des Prinzen von Preußen (nachmaligen Deutschen Kaisers Wilhelm) 11. Juni 1854 ließ er in Krefeld das von ihm komponierte Lied „(Die Wacht am Rhein» (Tert von Marx Schneckenburger, s. d.) zuerst von einer größern Anzahl Sänger singen; doch erlangte Text und Melodie erst beim ersten Deutschen Sängerbundesfeste zu Dresden (Juli 1865), namentlich aber beim Beginn des Deutsch-Französischen Kriegs im Juli 1870 eine allgemeine Verbreitung. Nach dem Versailler Frieden von 1871 erhielt W. vom Reichskanzleramtleine Nationaldotation von 1000 Thlrn. jährlich zugesichert. Er starb 26. Aug. 1873 zu Schmalkalden, wo später auch zu seiner Erinnerung ein Denkmal (Germania) gesetzt wurde. Ein anderes Denkmal (Granitsäule mit bronzenem Brustbild von Walger) wurde 2. Sept. 1877 in Krefeld enthüllt.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 655Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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