Schöll (Maximilian Samson Friedr.), Diplomat und Schriftsteller, geb. 8. Mai 1766 zu Harskirchen in Nassau-Saarbrücken, bezog, 15 J. alt, die Universität zu Straßburg und wurde nach beendeten jurist. Studien Hauslehrer in einer livländ. Familie, mit der er 1788 und 1789 Italien und Frankreich bereiste. Sein Enthusiasmus für die Drrmos che Revolution führte ihn 1790 nach Straßurg zurück, wo er sich der jurist. Laufbahn widmete. Im J. 1794 folgte er einer Einladung nach Weimar, und von da wandte er sich nach Berlin. Dann übernahm er von dem berliner Buchdrucker Decker eine diesem gehörige Buchhandlung mit Druckerei in Basel. Später erhielt er eine Anstellung bei der preuß. Gesandtschaft in Paris. Der Staatskanzler Hardenberg berief ihn nach Wien, wo er bis zur Beendigung des Kongresses blieb. Sodann war er wieder bis zum Kongreß in Aachen als Legationsrat der preuß. Gesandtschaft in Paris zugeteilt. Im J. 1819 wurde er in Berlin als vortragender Rat beim Staatskanzler angestellt, den er auch zu den Kongressen in Teplitz, Troppau und Laibach, 1822 nach Verona begleitete. Er starb in Paris 6. Aug. 1833. Von seinen litterarhistor. Schriften sind zu nennen: die Ulistoire abrégée de la littérature grecquep (2 Bde., Par. 1813: 2. Aufl., 8 Bde., 1824; deutsch von Schwarze und Pinder, 3 Bde., Berl. 1828 — 31) und Histoire de la littérature romainen (4 Bde., Par. 1815). Von seinen publizistischen Arbeiten sind zu nennen: „Recueil des pièces officielles destinées à détromper les Frangais sur les événements qui se sont passés depuis quelques annéeso (9 Bde., Par. 181416), (Recueil des pièces relatives au congrès de Vienner (6 Bde., Par. 1816—18), seine Fortsetzung von Kochs Histoire abrégée des traités de paix, etc. » (15 Bde., Par. 1817 — 18), KArchives politiques ou diplomatiques (3 Bde., Par. 1818 —I9), Tableau des révolutions de I'Europe (3 Bde., Par. 1823), und vor allem sein «Cours d'histoire des états européens depuis la chute de l'empire romain jusqu'en 1789 v (46 Bde., Par. 1830—36).