FeedSchorn (Karl)
Bildende KunstBrockhaus 1882

Schorn (Karl), Geschichtsmaler, Neffe des vorigen, geb. 1803 zu Düsseldorf, erhielt seine Kunstbildung in Berlin in der Schule Wachs. Charaktervolle Auffassung und Sinn für Farbe waren die Grundzüge seines Talents, welches bald durch seine Bilder Maria Stuart und Rizzio, Karl V. zu St.⸗ Just, Cromwell vor der Schlacht bei Dunbar u. a. m. zur Anerkennung gelangte. S. wurde 1826 Schüler von Cornelius in München, nachdem er sich 1824 —27 in Paris nach Gros und Ingres gebildet hatte. Neben vielen Arbeiten aus der Mythe, Geschichte und Legende, nahm er teil an der Ausführung der Fresken in den Arkaden des Hofgartens und zeichnete die Kartons zu den Seitenfenstern des Doms von Regensburg. Eine Reise nach Italien gab Stoff zu einer andern Folge von Gemälden, unter denen auch launige Genrebilder. Sein größtes Werk ist das 1843 — 45 im Auftrage des Königs Friedrich Wilhelm IV. von Preußen ausgeführte Gemälde: Die gefangenen Wiedertäufer vor dem Bischof Franz zu Münster 1536, welches auf der berliner Ausstellung von 1846 das größte Aufsehen erregte. Die berliner Nationalgalerie besitzt von ihm die beiden Gemälde: Papst Paul III. vor dem Bilde Luthers und Die Kneipgesellschaft. Im J. 1845 erhielt S. vom König Ludwig J. von Bayern den Auftrag, eine seiner Zeichnungen, die Sintflut darstellend, in kolossaler Dimension für die Neue Pinakothek zu malen. Seit 1847 Professor an der münchener Akademie, starb er daselbst 7. Okt. 1850.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 473Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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