FeedSchraffierung
Bildende KunstBrockhaus 1882

Schraffierung (vom ital. sgrafliare, kratzen) ist die Bezeichnung des Schattens in Zeichnungen und Kupferstichen durch nebeneinandergesetzte oder sich durchkreuzende Striche, wobei die Striche vom Dunkelsten gegen das Helle zu immer feiner werden. In der Heraldik bezeichnet man mit S. die Art und Weise der Andeutung der Wappenfarben, welche an die Stelle der früher üblich gewesenen Planetenzeichen getreten ist. Die Erfindung der S. gehört jedenfalls Frankreich an; sie kam im 17. Jahrh. in allgemeine Aufnahme. Der eigentliche Erfinder ist unbekannt, obgleich sich Lacalombière in dem Recueil de plusieurs pièces et figures d'armoirieso (Par. 1639) als solchen nennt, auch angibt, daß er seine Manier dem Jesuiten Sylvester de Petra Santa mitgeteilt habe, der sie auch in den Tesserae gentilitiaed, die bereits 1638 erschienen, uangewendet habe. So viel ist gewiß, daß die Idee der S. bereits in der Pompa funebris Alberti Eii Austriacid (Brüss. 1623) vorkommt. Was die S. selbst betrifft, so besteht sie in einzelnen Zeichen, Linien u. s. w. für die verschiedenen Farben. Lacalombière, der sieben Farben angenommen hatte, Bian dm Gold mit Punkten, Silber ohne Zeichen, Blau durch Horizontallinien, Grün durch schrägrechte Linien, Purpur durch schräglinke Linien, Rot durch Vertikallinien, Schwarz durch sich kreuzende Horizontal- und Vertikallinien. Die spätern, aber seltenern S. zur Bezeichnung der Wappenfarben sind teils die Erfindung des Prof. Rink in Altdorf, teils durch die Engländer eingeführt.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 486Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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