Schreibschrift (Kurrentschrift) sind diejenigen Buchstabenformen, die durch das Bestreben, die Druckbuchstaben in einem Zuge zusammenhängend nachzuschreiben, entstanden sind. Entsprechend den Hauptschriftarten Antiqua und Fraktur entscheidet man lateinische (rundliche) und sog. deutsche (spitze) S. Erstere wird gewöhnlich mit spitzen Federn (s. nachstehende Fig. 1) geschrieben, vielfach auch mit abgestumpften Federn (s. Fig. 2) und wird dann Rundschrift (s. d.). Die spitze S. (un,) entstand durch Anwendung abgestumpfter Federn und ist nur mit diesen Federn schreibbar. Seit Anfang des 19. Jahrh. besteht die jetzt gebräuchliche spitze S. infolge der zuerst von Heinrigs in Nachahmung engl. Schreibweise hergestellten Schreibvorlagen aus Formen, welche teils nur mit abgestumpften, teils nur mit spitzen Federn geschrieben werden können und der einheitlichen Anpassung an eine dieser Federarten oder des Ersatzes durch die lateinische S. harren. Vgl. Soennecken, „Das deutsche Schriftwesend (Bonn u. Lpz. 1881).