Schrödter (Adolf), ausgezeichneter Maler im humoristischen Genre, geb. zu Schwedt in der Ukermark 28. Juni 1805, lernte in Berlin seit 1820 die Kupferstechkunst, bis er 1829 nach Düsseldorf ging, wo er sich der Malerei zuwandte und seit 1837 mit Olgemälden vor die Offentlichkeit trat. Er wählte die Verherrlichung des Rheins und seines Weinsegens oft zum Gegenstand reicher, von frischer Erfindung sprudelnder Kompositionen und kennzeichnete seine Sinnesart durch Anwendung eines Pfropfenziehers (Weinschröters) als Monogramm. Schon seine Weinprobe (1832) und das schöne ehemm Bild: rhein. Wirtshausleben (1833), beide ehemals in der Wagnerschen Sammlung, jetzt in der Nationalgalerie zu Berlin, jenes lithographiert von Jentzen, dieses von Fischer und Tempeltey, verschafften ihm Ruf. Am vollkommensten aber entwickelte sich sein Humor in den verschiedenen Scenen zu Don Quixote, den Falstaffiaden, Eulenspiegel und Münchhausen, welche er bald in Ol, bald mit der Radiernadel, bald für den Holzschnitt ausführte. Nicht minder ausgezeichnet ist S. als Komponist von Arabesken und launigen Bildglossen. In Düsseldorf gewann er mit der Komposition eines Frieses als Zimmerverzierung den vom Rheinischen Kunstverein ausgesetzten Preis. Kirchweihfestgruppen bilden den Inhalt dieser Arbeit, welche er nachher in Farben auf vergoldete Zinkplatten ausgeführt hat. Im J. 1847 malte er seinen Auerbachs Keller, eins seiner bedeutendsten Olbilder (gestochen von Lüderitz). In Frankfurt a. M., wohin er 1848 ging, gab er im Verein mit dem Abgeordneten Detmold ein Heft Karikaturen gegen das Parlamentsphilistertum (die Piepmeierei) heraus, und malte seinen Zug des Königs Rheinwein, ein Friesbild voll Laune und Lust (1867 in Farbendruck bei Albert in München erschienen). Seinen Sinn für Ornamentik bethätigte er auch durch ein Musterbuch für Schnurstickerei, welches häufig benutzt wird. Als Schriftsteller ist S. mit einem Heft über »Das Zeichnen als ästhetisches Bildungsmittel, vorzugsweise für die Erziehung des weiblichen Geschlechtsy (Frankf. 1853) aufgetreten. Im J. 1852 entstanden vier zusammenhängende Agquarellbilder, welche den Rheinwein, den Maitrank, den Punsch und den Champagner illustrieren. S. kehrte 1854 wieder nach Düsseldorf zurück, wo er unter anderm die Jahreszeiten in vier höchst gelungenen Aquarellen 51 der Galerie in Karlsruhe) darstellte und als lbild den Falstaff in der Parade. Seit 1859 wirkte er als Professor des Freihandzeichnens an der Polytechnischen Schule zu Karlsruhe. Als Proben seiner spätern künstlerischen Thätigkeit sind zu nennen: die Illustrationen zu Uhlands Werken, zwei Mönche im Klosterkeller (1863), Hans Sachs, und Falstaff mit seinem Pagen (1867). Als einer der trefflichsten Radierer hat S. viele seiner Kompositionen, namentlich Arabeskenbilder, selbst auf die Kupferplatte übertragen, worunter sich der Geist der Flasche den größten Beifall erworben hat. Seit 1835 war S. Mitglied der Akademie zu Berlin. Er starb zu Karlsruhe 9. Dez. 1875.