FeedSeesäugetiere
TierreichBrockhaus 1882

Seesäugetiere kann man die Seehunde (s. d.) und Waltiere (s. d.) nach dem Aufenthaltsorte gemeinsam benennen, obwohl beide Säugetierordnungen nicht entfernt miteinander verwandt sind. Die Seehunde, zu denen das Walroß (Trichechus rosmarus, Tafel: Seesäugetiere, Fig. 1 u. 2), der gemeine Seehund (Phoca vitulina, Fig. 3 u. 4) und die Rüsselrobbe (Cystophora proboscidea, Fig. 5) gehören, dürften von landbewohnenden Raubtieren abstammen, während der Ursprung der gegenwärtigen Waltiere vielleicht auf zwei Wurzeln zurückzuführen ist. Die einen von ihnen, die pflanzenfressenden Sirenen (s. d.), zu denen der südamerikanische Ranati (Manatus americanus, Fig. 6) und der Dugong (Halicore cetacea, Fig. 7) zu rechnen sind, scheinen in verwandtschaftlicher Beziehung zu nicht wiederkäuenden Paarzehern, vielleicht flußpferdartigen Geschöpfen zu stehen, während die echten, von animalischer Kost lebenden Waltiere (Cete), die man in bezahnte Formen (Denticete), unter andern mit demgemeinen Delphin Delphinus delphis, Fig. 8), und unbezahnte (Mysticete), wie den gemeinen Walfisch (Balaena mysticetus, Fig. 9) und den nordischen Finnwal (Balaenoptera boops, Fig. 10) einteilt, vorläufig noch ganz unklaren Ursprungs sind, aber wohl sehr alte Formen sein dürften.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 651Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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