FeedSeeskorpion
GeschichteBrockhaus 1882

Seeskorpion (Cottus) heißt ein zahlreiches Geschlecht der Knochenfische, das zu der Familie der Panzerwangen (s. d.) gehört, von einigen Forschern indes nebst einigen nahe verwandten Geschlechtern zum Range einer eigenen Familie (Cottidae) erhoben wird. Die Seeskorpione erreichen keine bedeutende Größe, haben eine meist nackte, bei einigen aber durch zerstreut eingelagerte Verknöcherungen rauhe Haut, eine am großen Kopf und vordern Rumpfteile verdickte, in der hintern Körperhälfte seitlich stark zusammengedrückte Gestalt. Die Arten leben als echte Seeskorpione größtenteils im Meere, wie der gemeine S. (Cottus bubalis, s. Tafel: Fische IV, Fig. 2), ein auch in der Ostsee vorkommender, gegen 60 em lang werdender sehr gefräßiger Raubfisch, der als Nahrungsmittel meist verschmäht wird. Die S. können mit der Stachelbewaffnung ihres Kopfes und Vorderdeckels, wenn man sie unvorsichtig anfaßt, schmerzhafte und sehr schwer heilende Verletzungen veranlassen. Die Arten des süßen Wassers heißen Groppen, von denen eine, auch Kaulquappe und Rotzkolbe genannt (Cottus gobio), bis 14 em lang wird, sich in ganz Europa, aber mehr in klaren, rasch fließenden Gewässern mit steinigem Boden aufhält und durch ihre Gefräßigkeit, mit der sie dem Laich der Forellen, Lachse und anderer Edelfische nachstellt, der Fischerei sehr schädlich wird.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 652Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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