FeedSein ist der allgemeinste
Recht & StaatBrockhaus 1882

Sein ist der allgemeinste, aber deshalb auch inhaltsloseste der Begriffe. Seine Erörterung ist Gegenstand der Ontologie als eines Teils der Metaphysik (s. d.). Man findet in ihm zu unterscheiden, daß etwas ist (die Exist en z oder das Gesetztsein), und dasjenige, was es ist (die Essenz oder das Wesen). Von beiden unterscheidet sich wieder das S. in der Bedeutung der Identität als der bloßen Form des Gesetztseins, wie dieselbe in der grammatikalischen Copula hervortritt. Da der Begriff des S. den zeitlichen Wechsel ausschließt, so kann ein sich in der Zeit entwickelndes Ding, welches fortwährend zum Teil nicht mehr und zum Teil noch nicht ist, nicht ein Seiendes im strengen oder metaphysischen Sinne des Wortes genannt werden. Der Gegenstand, auf welchen der Begriff des S. in seiner strengsten Bedeutung passen würde, ist unter dem Namen des absoluten Wesens (39r0s 3 von jeher das Ziel der metaphysischen Forschungen gewefen, in denen es hauptsächlich drei Richtungen zu unterscheiden gibt. Entweder hält man dogmatisch den Seinsbegriff für einen schlechtoin einfachen und nimmt infolge davon schlechthin einfache Grundwesen an, wie Leibniz und Herbart thaten und wie es schon im Altertum bei den Eleaten und Atomisten vorkam. Oder man reflektiert dialektisch auf die oben bezeichneten, aus dem Seinsbegriff entwickelbaren Unterschiede und hält ihnen entsprechend auch das absolute Wesen für ein in sich Mannigfaltiges, wie in den Systemen Hegels, Schellings und schon im Altertum bei Plato geschah, wo die am Seinsbegriff entdeckten dialektischen Entwickelungen auf das absolute Wesen übertragen wurden. Der dritte Weg ist der kritische, den Begriff des S. überhaupt nicht als Zeichen für irgendeinen wirklichen Gegenstand, sondern für ein bloßes subjektives Werkzeug der Auffassung anzusehen. Diese Denkweise ist von Kant zu ihrer höchsten Ausbildung gebracht worden, während sich im Altertum kaum vereinzelte Spuren derselben finden. „Sein, Insel westlich vor der Pointe du Raz, einem der nordwestlichsten Vorgebirge Frankreichs, zum Arrondissement Quimper des Depart. Finistere gehörig; sie ist 3Em lang, 1 km breit, von Sandbänken umgeben, trägt einen Leuchtturm und zählt etwa 650 breton. C., welche vorzugsweise Fischerei betreiben. S. hieß im Altertum Sena und besaß ein berühmtes Orakel.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 672Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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