Semnonen, ein großes altgerman. Volk, ursprünglich das angesehenste im Bunde der Sueven (. d.), zu dessen religiöser Feier sich Abgesandte der einzelnen suevischen Stämme im heiligen Haine der S. vereinten, den man bei Mittenwalde sucht. Sie wohnten zwischen der mittlern Elbe und Oder, zu beiden Seiten der Spree, durch die Elbe von den Hermunduren, durch die Oder von den Burgundionen geschieden, und begrenzten sich südlich mit den silingischen Vandalen, nordwestlich mit den Longobarden. Auch sie standen unter der Oberhoheit Marbods, von dem sie sich aber 17 n. Chr. bei seinem Kriege mit Armin trennten, während sie sich letzterm anschlossen. Seit Ausgang des 2. Jahrh. n. Chr. schwindet ihr Name; man glaubt jetzt, die S. seien seitdem nach Süddeutschland gezogen und unter den (mit den Alamannen verbundenen) Juthungen zu suchen.