FeedSiegellack
AllerleiBrockhaus 1882

Siegellack (frz. cire à cacheter, engl. sealing-Wwax) besteht seinen Hauptbestandteilen nach aus harzigen Stoffen, und zwar das feinere aus Schellack und Terpentin, oft unter Zusatz von Storax, Tolubalsam, Benzoéharz, wodurch es wohlriechend wird, das geringere bloß aus Kolophonium, dem man etwas Terpentin beimischt. Außer dem Schellack, Terpentin und Kolophonium setzt man dem S. noch erdige Körper zu, wie Kreide, Zinkweiß, Barytweiß; diese Körper gewähren den Nutzen, dem zu schnellen Abtropfen und Rinnen des S. Einhalt zu thun. Rächst den erdigen Bestandteilen machen die farbegebenden Substanzen einen wesentlichen Bestandteil der meisten Siegellacksorten aus. Die gebräuchlichste ist das rote S., das in den feinsten Sorten durch Zinnober, in den geringern durch Mennige und rotes Eisenoxyd gefärbt wird. Die verschieden gefärbten Sorten erhält man, indem man den Zinnober durch Grünspan, Chromgelb, Ultramarin, gebranntes Elfenbein ersetzt. Die Stangengestalt erhält das S. durch Gießen in Formen. Die Portugiesen sollen das S. in Ostindien kennen gelernt und in Europa verbreitet haben, woher sich auch der Name Spanisches Wachs, wie man das S. früher oft nannte, erklärt.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 801Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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