Simonianer ist der Name einer gnostischen Partei des 2. Jahrh., welche auf Simon Magus, einen schon in der Apostelgeschichte erwähnten samaritanischen Zauberer, zurückgeführt wird. Nach Justin dem Märtyrer wäre er aus dem Flecken Gitta in Samaria gebürtig gewesen und von den meisten Samaritanern als höchste Gottheit zugleich mit seiner Genossin, der Buhlerin Helena, verehrt worden. In der judenchristl. Sage, wie sie namentlich in den clementinischen Rekognitionen und Homilien, aber auch in apokryphischen Petrus-Akten erscheint, ist unter der Maske desselben kein Geringerer als der Apostel Paulus verborgen, der dem echten Simon, dem Apostel Petrus, überall als Widersacher gegenübertritt, von diesem aber immer aufs neue in Disputationen besiegt, über Land und Meer verfolgt und schließlich in Rom, wo der Magier en Himmel zu fahren versucht, als Betrüger entarvt und schmählich gestürzt wird. Vgl. Lipsius, „Die Quellen der röm. Petrus-Sagey (Kiel 1871), und danach W. Lang in den «Transalpinischen Studien» (Bd. 1, Lpz. 1875). Bei den Kirchenvätern erscheint Simon als der Erzketzer und Stammvater aller gnostischen Sekten. So unhistorisch diese Auffassung ist, so hat es doch wirklich eine nostische Sekte der S. gegeben, welche den Simon für eine Offenbarung des höchsten Gottes betrachteten. Im übrigen haben die simonianischen Meinungen Ahnlichkeit mit denen der Ophiten (s. d.). Unter beiden Parteien war gegen Ende des 2. Jahrh. eine angeblich von Simon selbst herrührende Schrift: „Die große Verkündigungo, verbreitet, welche eine unter stoischen Einflüssen vollzogene Fortbildung älterer gnostischer Lehren darstellt.