Sinsheim, Stadt im Kreise Heidelberg des Großherzogtums Baden, an der Elsenz und an der Linie Reckargemünd-Jagstfeld der Badischen Staatsbahnen, 29 km südlich von Heidelberg gelegen, ist Sitz eines Amtsgerichts und eines Bezirksamts, hat eine höhere Burgerschule, eine Kreispflegeanstalt und vier größere Kunstmühlen und zählt (1885) 2892 E. S. war sonst eine reiche Abtei, die 1099 gestiftet wurde. Die um dieselbe entstandene Stadt gelangte zur duchredreiche Freien Reichsstadt; aber 1298 wurde ihre Reichssteuer und 1316 sie selbst an die Familie von Weinsberg verpfändet. Später kam sie an Kurpfalz, 1416 abermals durch Verpfändung an Konrad von Weinsberg. Am 16. Juni 1674 fand daselbst ein unentschiedenes Treffen zwischen Turenne und dem kaiserl. Feldherrn Bournonville statt; 1689 wurde die Stadt fast von Grund aus durch die Franzosen zerstört. Am 16. Nov. 1799 warfen hier die Franzosen unter Ney die Osterreicher bis an die Enz und den Neckar zurück, aber schon 2. Dez. wurden den Siegern von den Ssterreichern die Stadt und ihre Stellungen in den nahen Dörfern entrissen. Vgl. Wilhelmi, (Geschichte der Amtsstadt S.y (Heidelb. 1856).