FeedSirventes
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Sirventes (von servir, dienen) heißen zuerst bei den provengal. Dichtern des 12. Jahrh. Lieder, die nicht wie die Canzonen die Empfindungen des Liebenden ausdrücken, sondern der Dichter Ansichten und Meinungen über persönliche und öffentliche Angelegengeiten zur Geltung bringen und wohl auch im Dienste ihrer Herren verfaßt wurden. Arten derselben sind das Rügelied, Kreuzlied, das Trauergedicht (Planh) u. a. Sie erheben sich schon im 12. Jahrh. zur Satire. Das franz. servantois ist dem Provencalischen nachgebildet. Das ital. serventese von gleich mannigfaltigem Inhalt hat die Besonderheit, daß ein die Strophe beschließender Kurzvers nleiter den Reim der nachfolgenden Strophe einleitet. G18 (im Mittelalter Sisium oder Sisum), Stadt im türk. Vilajet Adana Kleinasiens, Hauptort eines Sandschaks, an einem rechtsseitigen Zufluß des Dschihan (Pyramus), am Nordrande der cilicischen Ebene Tschukur-Owa, hat 4000 E., davon ein Fünftel Armenier, und ist Sitz des Katholikos der unierten Armenier in der Türkei.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 847Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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