Sitten (frz. Sion), das Sedunum der Römer, Hauptstadt des schweiz. Kantons Wallis, liegt 521 müber dem Meere, an der Sionne, die unweit der Stadt in den Rhöne mündet, und an der Eisenbahn Lausanne-Brig und zählt (1880) 4871 meist kath. E., von denen 58 Proz. franz. Zunge sind. In der schönsten von zwei auf isolierten Kegeln sich erhebenden Felsschlössern überragt, bietet S. ein malerisches Bild. Der nördl. Kegel trägt die Trümmer der frühern bischöflichen Burg Tourbillon (1294 erbaut, 1788 durch Feuer zerstört): auf dem südlichen, etwas niedrigern Felsen steht das Schloß Valeria, einst ein röm. Kastell, jetzt Priesterseminar mit der uralten roman. Kirche Notre-Dame de Valere. Unterhalb Valeria liegt das Schloß Majoria, bis 1788 Residenz der Bischöfe, 1838 abgebrannt. In der eigentlichen Stadt, welche mit ihren engen Straßen und schweren steinernen Patricierhäusern sich einen eigentümlichen romantisch-mittelalterlichen Charakter drale mit roman. Turme, die zierliche St. Theodulkirche und das altertümliche Rathaus, beide im got. Stile, bemerkenswert, in dem neuern Stadtteile gegen den bäude und der bis Außerdem besitzt S. ein Kapuzinerkloster, eine prot. Kapelle und ein Göymnasium. Die Sionne durchfließt die Stadt in tiefem, gemauertem Bette, dessen Balkendecke, Grandpont, als Straße dient. Die Haupterwerbsqu bau, die Seiden Tabaksfabrikation. Das Klima der Umgebung ist so mild (Jahrestemperatur 10˙ C.), daß außer vorzüglichem Wein und Obst Feigen, Mandeln, Maulbeeren und an den Felsen von Tourbillon sogar die amerik. Feigendistel (Opuntia vulgaris Touπnej.) gedeihen. In der Ebene südlich der Stadt schlugen 1475 die Oberwalliser das savoyische Heer und setzten sich dadurch in den Besitz des Unterwallis.