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ReligionBrockhaus 1882

Skopzen (russ. Skopey, Sernrge. Skopec, Verschnittener, Castrat), abenteuerliche russ. Sekte, welche, im Gegensatz zur griech.⸗orthodoxen Kirche, fest auf dem Boden der Bibel zu stehen glaubt und, gestützt auf Bibelstellen, die Verstümmelung des Körpers, insbesondere behufs Abtötung des Geschlechtstriebes die Castrierung und das Abschneiden der weiblichen Brüste, für den einzigen Weg, ins Himmelreich zu gelangen, hält. Der gesamte Glaube der S. konzentriert sich auf die Person des Semen Seliwanow, eines Bauern im Gouvernement Orel zu Beginn der Regierungszeit Katharinas II., den sie für identisch mit dem verstümmelten Kaiser Peter III. halten und in welchem sie den Messias sehen. Er habe das Dogma der Verschneidung, die sie adie Taufe durch Feuers nennen, gepredigt, sei nach Sibirien verbannt, unter Alexander I. wieder zurückgerufen, dann abermals nach Susdal geschickt worden, wo er sich noch befinde. Doch werde er bald an der Spitze einer zahllosen

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 871Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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