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NaturlehreBrockhaus 1882

Soda ist kohlensaures Natron. (S. unter Natrium.) Die Gewinnung der S. aus den Aschen gewisser Seealgen und aus den Sodaseen hat fast gänzlich aufgehört und geschieht nur noch auf chem. Wege. Das hauptsächlichste Verfahren ist zum größten Teil noch das von Leblanc herrührende, auf der Umwandlung des Kochsalzes durch Schwe-Conversations-Lexikon. 13. Aufl. XIV. felsäure in schwefelsaures Natron (Sulfat, Glaubersalz), wobei Salzsäure entweicht, die aufgefangen wird, und auf dessen Umwandlung durch Calcinieren mit kohlensaurem Kalk und Kohle in S. be- und die Die so erhaltene Rohsoda wird ausgelaugt und die Lauge entweder auf krystallisiertes kohlensaures Natron oder auf calcinierte S. verarbeitet. Aus den Sodarückständen, welche allen Schwefel der zur Glaubersalzbildung erforderlich gewesenen Schwefelsäure enthalten, werden nach dem Ver-I. von L. Mond oder von M. Schaffner in ussig große Mengen von Schwefel wiedergewonnen. Seit neuerer Zeit ist ein Sodagewinnungsverfahren direkt aus Kochsalz, der Ammoniaksodaprozeß, aufgekommen, welcher das Leblanesche Verfahren an vielen Orten bereits verdrängt hat; es ist von E. Solvay in Brüssel ausgebildet worden und heißt auch der Solvay-Prozeß. Es gründet sich auf die Zersetzbarkeit einer konzentrierten Kochsalzlösung durch zweifach-kohlensaures Ammoniak, wobei zweifach-kohlensaures Natron niederfällt, das man durch Glühen in Soda überführt, während Salmiak in Lösung bleibt, aus welchem man durch Erhitzen mit Kalk das Ammoniak wiedergewinnt. Statt der S. findet in neuerer Zeit zu Zwecken der Seifenbereitung häufig Atznatron oder kaustische Soda Anwendung. Letztere wird aus den letzten, keine krystallisierbaren Salze mehr gebenden Mutterlaugen der Sodafabrikation, welche neben Natronhydrat, Schwefelnatrium, Cyan⸗, Rhodan⸗, Ferrocyannatrium enthalten, darzestellt, indem diese Laugen eingekocht und schließich bei schwacher Rotglut mit Salpeter versetzt werden, bis die Gesamtmenge des Schwefels u. s. w. orydiert ist. In der glühend geschmolzenen Masse setzt sich Eisenoryd zu Boden, die geschmolzene kaustische Soda wird abgeschöpft und in aus Eisenblech gefertigte Fässer gegossen, in denen sie nach dem Erstarren zum Versand kommt. Vgl. R. von Wagner, Regesten der Sodafabrikationv(Lpz. 1866); Lunge, „Die Sodaindustrie (2 Bde., Braunschw. 1879).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 897Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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