Solnhofen, ein Pfarrdorf von 1000 CE. im bayr. Regierungsbezirk Mittelfranken, Bezirksamt Weißenburg, an der Altmühl, Station der Linie München-Bamberg der Bayrischen Staatsbahnen, verdankt seinen Ursprung der von Sola, einem Schüler und Verwandten des heil. Bonifacius, 743 gegründeten Benediktinerabtei (1534 säkularisiert) und ist ein geologisch und für die lithographische Kunst berühmter Ort. Es werden in der Gegend auf dem bewaldeten Plateau, in welches das Thal der Altmühl eingeschnitten, die besten zur Lithographie geeigneten Kalksteine gewonnen, welche man bis jetzt auf der ganzen Erde kennt. Da diese einen sehr großen Absatz über Europa hinaus finden, so haben die zu dem Zwecke angelegten Steinbrüche allmählich eine bedeutende Ausdehnung gewonnen, sodaß darin an 300 Menschen beschäftigt sind. Der sog. Lithographische oder Solnhofer Stein besteht aus einem dünn und sehr regelmäßig geschichteten, ganz dichten, meist hellgelben oder etwas graulichen Kalkstein von ganz besonderer Reinheit und Gleichförmigkeit des Korns. Derselbe bildet die obersten Schichten der Juraformation dieser Gegend und liegt teils auf gewöhnlichem Jurakalkstein, teils auf Dolomit. In denselben Schichten, die man zur Lithographie verwendet, kommt eine große Menge oft gut erhaltener Versteinerungen von Fischen, Pterodaktylen, Krebsen, Ammoniten und selbst Libellen vor.