Thespia, eine im Altertum außer andern durch den hier einheimischen Dienst der Musen und des Cros bekannte Stadt in Bootien, am östl. Fuße des Helikon (s. d.), 15 km südwestlich von Theben, hatte ein ausgedehntes Gebiet, zu dem mehrere Flecken, wie burtsort des Hesiod, und der Hafenplatz Kreusis gehörten, und war ein Glied des Böotischen Bundes. (S. Böotien.) Wie die meisten dieser Bundesstädte, hatte auch T. eine streng aristokratische Verfassung, i ältesten Fam und den Th Herrschers Thespios) ableiteten, als Demuchenv an der Spitze der Regierung standen. Ackerbau und Gewerbe galten für die Glieder dieser alten Geschlechter als unwürdig und entehrend. Bekannt ist, daß 700 Thespier zugleich mit den Spartanern unter Leonidas (s. d.) bei Thermopylä sielen. Die größte Sehen Praxiteles g welche nachmals durch Kaiser Nero nach Rom gebracht und durch eine Kopie des atheniensischen Bildhauers Menodoros ersetzt wurde. Ruinen der alten Ringmauer finden sich bei Erimokastro.