FeedStahl (Georg Ernst)
HeilkundeBrockhaus 1882

Stahl (Georg Ernst), ein ebenso ausgezeichneter Chemiker wie theoretischer und praktischer Arzt, wurde zu Ansbach 21. Okt. 1660 geboren. Er studierte zu Jena, wurde 1687 Hofmedikus des Herzogs von Weimar, 1694 Professor der Medizin an der Universität zu Halle, 1716 Leibarzt des Königs von Preußen und starb zu Berlin 14. Mai 1734. Zu seiner Zeit waren die Erfahrungen in der Chemie durch van Helmont, Rey, Homberg, Kunkel, Boyle, Hooke, Becher u. a. bereits zu einem großen Umfange angewachsen, aber noch niemand hatte versucht, in dieser Wissenschaft, gleich Newton in der Physik, eine umfassende Theorie zu geben. S unterzog sich der Arbeit und stellte eine Theorie auf, welche bis auf Lavoisier allgemeine Geltung behielt und auf der Annahme des Phlogistons (. d.) beruht, d. h. eines Stoffs, welcher die Körper, mit denen er sich verbindet, leichter macht und bei der Verbrennung entweicht. Alle Metalle waren Verbindungen dessen, was jetzt Oxyd genannt wird, mit Phlogiston (s. d.), daher dephlogistisieren gleichbedeutend mit oxydieren u. s. w. Nele Chemie, Bd. IV, S. 2245.) Er entdeckte viele Eigenschaften der Alkalien, Metallkalke und Säuren und erteilte der Chemie die wissenschaftliche Form. Sein Hauptwerk sind die Experimenta et observationes chemicaen (Berl. 1731). Fast bedeutender war S. in der Medizin als Gegner Hoffmanns (s. d.) und durch seine Lehre vom psychischen Einfluß; in dieser Beziehung ist sein Hauptwerk die Theoria medica vera (Halle 1707; neueste Aufl. von Choulant, 3 Bde., Lpz. 1831—33; deutsch von Ideler, 3 Bde.,

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 141Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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