Statius (Publius Papinius), ein röm. Dichter, Zeitgenosse des Vespasian und Domitian, geb. um 45 n. Chr. zu Neapel, erhielt seine Erziehung in Rom und siegte daselbst mehreremal in den poetischen Wettkämpfen. Er wurde von dem Kaiser Domitian vielfach begünstigt, zog sich aber später auf sein Landgut bei Neapel zurück, wo er um 96 starb. Seine epischen Gedichte, die Thebäiso in zwölf Gesängen, die von dem Kriege der sieben Fürsten gegen Theben handelt, und die unvollendete „Achilleiss, von der nur das erste und der erste Teil eines zweiten Buchs fertig wurden, worin er die Schicksale des Achilles vor dem Trojanischen Kriege schildert, zeichnen sich durch eine gewandte Form aus, leiden aber an Wortfülle, Bombast und Dunkelheit. Außerdem gibt es von ihm unter der Aufschrift »Silvaen, d. h. Wälder, vermischte Gelegenheitsgedichte in fünf Büchern, die zum Teil gutgelungene Bilder aus dem Leben der Zeit bieten, aber ebenfalls vielfach durch phrasenhaften Ausdruck oft offenbar unwahrer Gefühle abstoßend wirken. Unter den Ausgaben sämtlicher Werke sind zu nennen die von J. Fr. Gronov (Amsterd. 1653), Barth (3 Bde., Zwick. 1664), Dübner (2 Bde., Par. 1835 —36; Lpz. 1837) und Queck (2 Bde., Lpz. 1854), und unter den besondern Bearbeitungen der „Silvaes die von Markland (Lond. 1728; wieder herausg. von Sillig, Dresd. 1827) und die unvollendete von Hand (Bd. 1, Lpz. 1817). Eine kritische Ausgabe der Thebaiso und «Achilleiso hat O. Müller (Lpz. 1870) begonnen. Eine kleinere kritische Gesamtausgabe des S. lieferten Bährens (Bd. 1 4Silvae , Lpz. 1876) und Kohlmann (Bd. 2, 1. Teil: »Achilleise, Lpz. 1879; 2. Teil: Thebaise, 1884). Wichtig für die Kritik und Erklärung ist Gronovs «Diatribe in Statii silvas (Haag 1637; neue verbesserte Aufl. von Hand, 2Bde., Lpz. 1811). Eine Auswahl der „Silvaes übersetzten Breitenbauch (Lpz. 1817) und Dölling (Plauen 1837—47).