FeedSteechetti (Lorenzo)
Recht & StaatBrockhaus 1882

Steechetti (Lorenzo), Pseudonym des ital. Dichters Olindo Guerrini (s. d.). Stechapfel, Pflanzengattung, s. Datura. Stechbeitel, ein Beitel (s. d.) mit rechtwinkelig zu seiner Längenachse stehender Schneide. Stechbüttel, soviel wie Stichling. — Stechdorn, soviel wie Schlehe. — Stecheiche, soviel wie Stechpalme. — Stechente, soviel wie Lumme. — Stechginster, soviel wie Ulex europaeus. Stechheber (frz. täte-vin, engl. plungingsiphon), s. unter Heber. Stechmücke, s. u. Mücken. — Stechpalme, Pflanzenart, s. Ilex. — Stechrochen, s. unter Rochen. — Stechsalat, eine Art Gartensalat (. d.). — Stechwinde, soviel wie Smilax. Steckbrief nennt man eine auf Grund eines Haftbefehls vom Richter, der Staatsanwaltschaft und den Polizeibehörden zur Habhaftwerdung einer bestimmten Person an andere Behörden, die Gendarmerie und sonstige Polizeiorgane gerichtetes offenes Ersuchen, die fragliche Person festzunehmen und entweder einzuliefern oder behufs deren Abholung Nachricht zu geben. Nach §. 131 der Deutschen Strafprozeßordnung vom 30. Jan. 1877 ist ohne vorgängigen Haftbefehl eine steckbriefliche Verfolgung nur dann statthaft, wenn ein Festgenommener aus dem Gefängnis entweicht oder sonst sich der Bewachung entzieht. In diesem Falle sind auch Polizeibehörden zur Erlassung eines S. befugt. Die steckbrieflich zu verfolgende Person ist demnach entweder eines Verbrechens oder Vergehens beschuldigt, oder sie hat sich der bereits wider sie in Anwendung gebrachten Haft durch die Flucht entzogen, oder das geleistete Handgelöbnis, an einem bestimmten Orte zu bleiben, gebrochen, oder sie hat zum Antritt einer Strafe sich nicht gestellt (F. 489), oder einer behördlichen Anordnung, z. B. sich in ihre Heimat zu begeben, nicht Folge geleistet, oder eine Pflichterfüllung, z. B.Ernährung ihrer Familie, vernachlässigt. Ein S. muß eine genaue Beschreibung der verfolgten Persönlichkeit(Signalement) enthalten und wird gewöhnlich in öffentlichen Blättern abgedruckt, zuweilen auch in einzelnen Exemplaren an die Behörden versendet. Vgl. Ortloff, „Lehrbuch der Kriminalpolizei» (Lpz. 1881). Steckenkraut, s. Perula. Stecker (Anton), Afrikareisender, geb. 17. Jan. 1855 zu Josephsthal bei Jungbunzlau in Böhmen, studierte in Heidelberg Naturwihsenschaften und begleitete 1878 — 79 Gerhard Rohlfs nach der Oase Kufra, ebenso 1880 nach Abessinien. Während Rohlfs nach Europa zurückkehrte, nahm S. den Tsanasee kartographisch auf und kam im allan 1881 nach Godjam und drang von da in die Gallaländer ein, geriet aber in die Gefangenschaft des Königs Menelek von Schoa. Auf Verwendung des ital. Reisenden Antinori freigegeben, nahm er noch einige Seen in Abessinien auf und traf im Juli 1883 wieder in Massaua am Roten Meere ein, worauf er nach Europa zurückkehrte. Steckfluß oder Stickfluß, s. Lungenödem. Steckin, Stickeen oder Stikine, eine brit. Kolonie in Nordwestamerika, welche durch Dekret vom 19. Juli 1862 von Britisch-Columbia (s. d.) abgetrennt wurde. Ihre Grenzen bilden gegen W. und SW. das nordamerik. Territorium Alaska, gegen S. Britisch-Columbia, gegen O. der 125.“ westl. L. (von Greenwich), gegen N. der 62.“ nördl. Br. Das Land ist öde, rauh und von den Ausläufern der Felsengebirge durchzogen. Unter den Flüssen ist vor allen der Frances oder Steckin zu erwähnen, nach welchem das Land den Namen führt. Dieser Fluß ist 304 kKm aufwärts schiffbar. Derselbe mundet gegenüber der Herzog von Vork-Insel, bildet eine wichtige Straße und darf, nach dem Vertrage vom J. 1825, von den Engländern befahren werden. Seine Mündung ist seit 1867 in den Händen der Nordamerikaner, ebenso wie die Mündung des weiter nördlich in den Großen Ocean mündenden, auf 56 km schiffbaren Tako. Das ganze Küstengebiet, welches unter dem Namen Neunorfolk und Neucornwallis bekannt ist, gehört bis auf 48 km landeinwärts den Nordamerikanern, früher den Russen. S. war bis zum J. 1862 nur eine Region für Pelzjäger, seitdem aber dort Gold in großer Menge längs den Flußläufen bis nach den westl. Zufluüssen des Mackenzie hin, sowie am Tako reiche Kupferminen entdeckt wurden, hat sich eine starke Auswanderung in das Land gezogen. Auch bieten die Wälder einen großen Reichtum an Nutzhölzern, die nach San-Francisco ausgeführt werden. Die Zahl der einheimischen Indianer vom Stamme der Takali, welche als Jägernomaden die Kolonie durchstreifen, ist im Abnehmen begriffen. nennt man junge Zweige, durch welche eine Pflanze vermehrt, vervielfältigt, in ihrer Art oder Varietät fortgepflanzt wird. Zu diesem Behufe werden sie dicht unter einem Knoten (Auge) von der sog. Mutterpflanze mittels eines recht scharfen Messers abgelöst und in geeignetem Boden und unter den den betreffenden Pflanzenarten angemessenen Temperatur⸗ und Feuchtigkeitsverhältnissen zur Bewurzelung gebracht. Die Ableger (s. d.) unterscheiden sich also vom S. nur dadurch, daß ein noch mit der Mutterpflanze in Verbindung stehender Zweig zur Bewurzelung gebracht wird. Manche Pflanzen lassen sich auch durch Wurzelstecklinge vermehren. Die Wurzelbildung wird stets durch den Callus (. d.) vermittelt.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 174Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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