Stöckhardt (Ernst Theod.), namhafter Lehrer der Landwirtschaft, geb. 4. Jan. 1816 zu Bautzen, errichtete auf dem von ihm gepachteten Rittergut Brösa eine landwirtschaftliche Lehranstalt, die sich eines bedeutenden Besuchs erfreute. Im J. 1850 wurde er Professor der landwirtschaftlichen Disciplinen an der höhern Gewerbeschule in Chemnitz, 1861 Professor und Direktor der landwirtschaftlichen Lehranstalt in Jena. Gleichzeitig übernahm er die Direktion der Karl-Friedrichs-Ackerbauschule in Zwätzen bei Jena. Beide Anstalten reorganisierte S. den Anforderungen der Neuzeit gemäß. Seine Thätigkeit als Vorsitzender der landwirtschaftlichen Centralstelle, der Thüringer Wanderversammlung, als ökonomischer Beirat der schwarzrudolstädtischen Regierung u. s. w. führte zu seiner Berufung in das großherzogl. Staatsministerium als Rat — landwirtschaftliche und gewerbliche Angelegenheiten. Außerdem sind ihm die Funktionen eines großherzogl. Kommissars der landwirtschaftlichen Centralstelle, der hauptsächlich von ihm ins Leben gerufenen Gewerbekammer für das Großherzogtum und eines großherzogl. akademischen Immediat-Fideikommissars für die Universität Jena anvertraut. Von seinen litterarischen Arbeiten sind außer den Beiträgen zu der von ihm 1855—66 redigierten Zeitschrift für deutsche Landwirtschafto und andern Fachzeitschriften hervorzuheben: «Bemerkungen über das landwirtschaftliche Unterrichtswesen (Chemnitz 1851), Die Drainage» (Opz. 1852) und «Der angehende Pachtero (mit A. Stöckhardt, Braunschw. 1859), Die Entwickelung der landwirtschaftlichen Lehranstalt zu