Stohmann (Friedr. Karl Adolf), Agrikulturchemiker und Technolog, geb. 25. April 1832 in Bremen, studierte in Göttingen und London, war 1853 —55 Assistent von Graham am University-College in London, unternahm dann längere Reisen durch England, Schottland, Frankreich und Deutschland, und war in verschiedenen chem. Fabriken thätig. Im J. 1857 trat er zur Agrikulturchemie über, indem er die Stelle eines Assistenten des Professor Henneberg erst in Celle, dann in Weende bei Göttingen uübernahm; 1862 nach Braunschweig berufen, begründete er dort die landwirtschaftliche Versuchsstation; 1865 folgte er einem Ruf nach München, verließ diesen Ort aber nach fünfmonatlichem Aufenthalt, um einem Ruf nach Halle zu folgen, und wurde 1871 nach Leipzig berufen, an welcher Universität das landwirtschaftlich-physiol. Institut seiner Leitung übergeben wurde. Seine Forschungen erstrecken sich über alle Gebiete der Agrikulturchemie, vorzugsweise aber auf das der Ernährung der Tiere. Von litterarischen Arbeiten sind zu erwähnen:«Encyklopädisches Handbuch der technischen Chemier (zum größern Teil gemeinsam mit B. Kerl, begonnen 1853 auf Grundlage von Muspratts (Chemiey, 4. Aufl., Braunschw. 1886), Handbuch der Zuckerfabrikation (2. Aufl., Berl. 1885), «Handbuch der Stärkefabrikationo (Berl. 1878), 4Biologische Studien » (Braunschw. 1873); gemeinsam mit W. Henneberg: «Beiträge zur Begründung einer rationellen Fütterung der Wiederkäuer (2 Bde., Braunschw. 1860 u. 1864); gemeinsam mit C. Engler: Handbuch der technischen Chemie v (auf Grundlage von Payen, «Précis de Chimie techniquey, 2 Bde., Stuttg. 1872— 74).