Stumm (Karl Ferd.), Eisenindustrieller, geb. zu Saarbrücken 30. März 1836, trat 1858 an die Spitze der Firma Gebrüder Stumm in Neunkirchen und brachte das der Firma gehörige Eisenwerk daselbst zu großartiger Entwickelung. Insbesondere wendete er seine Aufmerksamkeit auch der Fürsorge für die zahlreiche Arbeiterbevölkerung in geistiger und materieller Beziehung zu. S. ist ferner Präsident der Aktiengesellschaft der Dillinger Hüttenwerke und Haupteigentümer der Kommanditgesellschaft der Halbergerhütte, Vorsitzender des Vereins zur Mehrung der wirtschaftlichen Interessen der Saarindustrie, der südwestlichen Gruppe des Vereins deutscher Eisen- und Stahlindustrieller, sowie der südwestdeutschen Eisenberufsgenossenschaft. Von 1867 bis 1870 war S. Mitglied des preuß. Abgeordnetenhauses, 1867—81 des Norddeutschen und Deutschen Reichstags, in welchem er der freikonservativen Partei sich anschloß; 1882 wurde er ins Herrenhaus berufen. Ferdinand S., Bruder des vorigen, Diplomat, Fel 1843 zu Neunkirchen, machte als Offizier die eldzuge gegen Dänemark (1864) und Osterreich (1866h mit wurde 1867 der preuß. Gesandtschaft in Florenz attachiert, nahm 1868 an dem Feldzug der Engländer in Abessinien teil und war 1869 im auswärtigen Amte in Berlin thätig. Nachdem er auch an dem Deutsch-Französischen Kriege von 1870 und 1871 sich beteiligt hatte, war er 1871 preuß. Geschäftsträger beim Heiligen Stuhl und später bei den deutschen Missionen in Paris, München, Washington, Brüssel, Petersburg und London als zweiter und erster Sekretär beschäftigt, 1883 wurde er zum preuß. Gesandten in Darmstadt, 1885 zum kaiserl. Gesandten in Kopenhagen ernannt.