Sturdza oder Stourdza (Alexander), bekannt durch ein offizielles Pamphlet, in welchem er die deutschen Hochschulen denuncierte, wurde 29. Nov. 1791 in der Moldau geboren. Sein Vater, Skarlat S., ging als politisch Kompromittierter 1792 nach Rußland, wo er den Titel eines Staatsrats erhielt. Alexander lebte einige Zeit in Deutschland und widmete sich dann im russ. Interesse der polit. Schriftstellerei. Er schrieb gegen die Jesuiten, welche in Rußland die griech. Kirche anfeindeten (Betrachtungen über die Lehre und den Geist der orthodoxen Kirche v, deutsch von Kotzebue, Lpz. 1817), und trat hierauf als Staatsrat in die Kanzlei des Grafen Kapodistrias ein. Im J. 1818 verfaßte er auf dem Kongreß zu Aachen im Auftrag der russ. Regierung und des Kaisers Alexander I. ein Mémoire sur l'état actuel de P'Allemagne, zu dem er die Materialien geliefert erhielt. Die Schrift wurde zu Aachen in 50 Exemplaren gedruckt und an die verschiedenen Höfe verteilt. Wider Willen der Kongreßhäupter gelangte jedoch eine Abschrift des Textes in die Hände der Redaction der engl. Zeitung Limesv, die das Machwerk veröffentlichte. Die Frivolität, womit S. in dieser Schrift die öffentliche Meinung und den deutschen Nationalcharakter denuncierte, erregte unter allen Ständen des deutschen Volks Zorn und Entrüstung. Was am meisten in der Denkschrift empörte, waren die Anklagen S.s gegen die deutschen Universitäten, welche er als die Pflanzstätten des revolutionären Geistes bezeichnete. Unter den Gegenschriften, welche das «Mémoire „ hervorrief, sind Villers' „Coup d'cil sur les universités de I'Allemagney und Krugs «Auch eine Denkschrifto (Lpz. 1819) zu erwähnen. Im J. 1819 zog S. sich nach Dresden zurück, wo er die Tochter des Arztes Hufeland — 77 Hier vielfach bedroht, ging er nach Rußand und schrieb „La Grèce en 18215 (Lpz. 1822), worin er ebenfalls das russ. Interesse vertrat, zog sich aber bald darauf aus dem Staatsdienst zurück. Unter Nikolaus wurde er von neuem im Ministerium des Auswärtigen verwendet, bis er endlich als Geheimrat den Abschied nahm. Seine 4«Briefe über die Pflichten des geistlichen Standeso (4. Aufl., Odessa 1844) fanden in Rußland großen Beifall. über seinen + Hufeland schrieb er 4C. W. Hufelando (Berl. 1837). S. starb 13. (25.) 200 1853 auf seinem Gute Mansyr in Bessarabien. ach seinem Tode erschienen seine KOeuyres posthumes religieuses, historiques, philosophiques et littérairese (5 Bde., Par. 1858—61).