Suffolk, eine der östlichsten Grafschaften Englands, zwischen Norfolk im Norden, Cambridge im Westen, Esser im Süden und der Nordsee im Osten, zählt (1881) auf 3843,6½ qEm 356 863 E. Das Land ist im e.6 wellenförmig und verflacht sich nach der Küste, wo, besonders an den Flußmündungen, Sümpfe (Fens) vorkommen, die jedoch größtenteils trocken gelegt und in ergiebiges Marschland umgewandelt sind. Der höchste Teil der Grafschaft, die Cast-Anglian-Heights, 100—130m über dem Meere, bildet die Wasserscheide zwischen den der Nordsee gegen Osten und den der Ouse zufließenden Gewässern. Zu den letztern gehört der von Bury Saint-Edmunds an schiffbare Lark, sowie auf der westl. Nordgrenze der Grafschaft die von Thetford an schiffbare Little Ouse oder Brandon, zu den erstern die von oberhalb Bungay an schiffbare Waveney (an der Grenze gegen Norfolk), der Blythe, Deben, Orwell (im Oberlaufe Gipping) und Stour, der die Grenze gegen Esser bildet. Landwirtschaft bildet den Haupterwerbszweig der Einwohner und steht auf hoher Stufe. Von großer Bedeutung ist die Viehzucht. Die ungehörnten Suffolkkühe geben ungemein viel Milch; die daraus bereitete treffliche Butter geht ausschließlich nach London. Die Pferde zeichnen sich durch Kraft und Ausdauer aus. Das Suffolkschaf gibt kurze feine Wolle. Schweine und Federvieh, namentlich Truthühner, werden in enge gezogen. Bei der nicht unbeträchtlichen Ausdehnung der Heiden und unbebauten Landstriche gibt es noch ziemlich viel kleines Wild, Hasen und Kaninchen, für welche große Gehege vorhanden. Außer den Haupterwerbszweigen, Ackerbau und Viehzucht, wird auch Gartenbau, Obstkultur, ischerei, Salzbereitung und Handel getrieben; das abrikwesen ist ohne Belang. Ausgezeichnet ist S. durch vorzügliche und wohlerhaltene Landstraßen, welche die Great-Easternbahn kreuzt. Die Grafschaft beschickt das Parlament mit vier Abgeordneten, mit fünf andern die drei Boroughs, nämlich die Hauptstadt Ipswich, die Municipalstadt Bury Saint-Edmunds und der Borough Eye. S. bildete in angelsächs. Zeit den Süden des Königreichs Ostangeln und hieß damals Suthfolc.