FeedSymbol (grch. hνεαν)
Sagen & MythenBrockhaus 1882

Symbol (grch. hνεαν), ursprünglich die beiden zusammenpassenden Hälften eines Täfelchens oder Ringes, daran Gastfreunde einander erkannten, dann überhaupt Merkzeichen, Erkennungszeichen, ist in übertragener Bedeutung soviel wie Sinnbild. Eprache kein im Gebiete der Religion, deren Sprache keine andere als eine Bildersprache sein kann, spielt das S. eine hervorragende Rolle. In sinnlichen Bildern und sinnbildlichen Handlungen werden geistige Wahrheiten dargestellt. Namentlich die heidnische Mythologie und das griech. Mysterienwesen gaben reichen Anlaß zu symbolischen Darstellungen, doch fehit es auch im christl. Kultus nicht. Die Wissenschaft, welche von der Einkleidung der religiösen Ideen in die S. der Mythologie handelt, heißt die Deheltenhe Vgl. Creuzer, „Symbolik und Mythologie der alten Völker (3. Aufl., 4 Bde., Lpz. 1837—44). Wie die in die heidnischen Mysterien Eingeweihten dur gewisse Merkzeichen sich untereinander erkannten, so behandelten auch die Christen gewisse Gebräuche als Erkennungs⸗ und Unterscheidungszeichen ihrer Gemeinschaft. In diesem Sinne heißen Taufe und Abendmahl S., nicht minder das Taufwasser und Brot und Wein im heil. Abendmahl, wie denn früher selbst der bloße Anblick der Sakramente den Ungetauften nicht gestattet war. Endlich heißen S. vorzugsweise jene Lehren, welche als Erkennungszeichen der verschiedenen religiösen Gemeinschaften dienen. (S. Symbolische Bücher.)

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 400Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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