FeedSynesius
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Synesius, ein neuplatonischer Philosoph, zugleich auch als Redner und Dichter nicht unbekannt, geb. 379 n. Chr. zu Cyrene, erhielt zu Alexandria seine wissenschaftliche Bildung und wurde dann von seinen Mitbürgern 397—398 mit einer Sendung an Kaiser Arcadius nach Konstantinopel beauftragt. Nach seiner Rückkehr trat er um 401 zum Christentum über und wurde 410 Bischof von Ptolemais, starb aber schon 412 (wenigstens sicher vor 431). Er blieb seinen frühern philos. Ansichten treu, die er in Reden, Briefen, Hymnen und andern Schriften darstellte, und war namentlich der Ansicht, daß, während das Volk der Mythen bedürfe, der Gebildete sich nur an den philos. Gehalt derselben zu halten habe. Letztere verraten vielerlei Kenntnisse, große Belesenheit und natürlichen Scharfsinn und sind in einer ziemlich gewählten griech. Diktion verfaßt. Die beste Gesamtausgabe seiner Werke ist die von Petavius (Par. 1631; zuletzt 1640); gute Bearbeitungen einzelner Schriften, zugleich mit deutscher Übersetzung, hat Krabinger geliefert, wie von 4«Calvitiei encomiumo (Stuttg. 1834), von den «Agypt. Erzählungen über die Vorsehung v (Sulzb. 1835) und von der Rede an den Selbstherrscher Arcadius oder über das Königtum» (Münch. 1825). Derselbe hat auch eine neue kritische Ausgabe der 40pera omnia v des S. (Bd. 1, Landsh. 1850) begonnen. Die Hymnenv finden Usich auch in Daniels Thesaurus hymnologicus (Bd. 1, Halle 1841); besonders herausgegeben von J. Flach (Tüb. 1875). Vgl. Clausen, De Synesio philosophon (Kopenh. 1831); Fr. X. Kraus, „Observationes in Synesii epistolaso (Regensb. 1863); E. Malignas, Essai sur la vie et les idées de S.5 (Straßb. 1867); P. Volkmann, «S. von Cyrened (Berl. 1869).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 407Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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