FeedTabakpapier
Handwerk & GewerbeBrockhaus 1882

Tabakpapier, ein mit Zusatz von Tabakstengeln und Rippen Papier ode als Deckblatt für Cigarren benutztes reitetes Cigarettenpapier, s. unter Taba k. — Tabakpapier zum Verpack s. unter Bleiblech. Tabaksbesteuerung. entbehrliches Genußmittel, das aber gleichwohl von der Masse der Bevölkerung verbraucht wird, unzweifelhaft ein sehr passender Gegenstand der indirekten bald nach seiner Verbreitung in Europa als solcher behandelt worden. Solange er nur aus überseeischen Ländern eingeführt mit der Erhebung eines Eingangszolls begnügen; aber da schon mit dem Tabaksbau gemacht wurden, mußten noch weitere Maßregeln zur Dur rung zu Hilfe genommen werden. Sehr entschieden ging von Anfang an England vor das schon 1652 ie] den Tabaksbau in seinem europäischen Gebiet gänznlich verbot und nunmehr im Stande war, sich einrfach durch den Tabakszoll eine hohe Einnahme zu nverschaffen. Dieses System, das außer in England gegenwärtig auch noch in Portugal besteht, hat vom nfinanztechnischen Standpunkte etwas sehr Verlocken⸗ „des, steht aber mit den Interessen der Landwirtnschaft in Widerspruch und könnte jedenfalls heutzu⸗ . tage in Ländern, die bereits einen einigermaßen „ausgedehnten Tabaksbau besitzen, nicht mehr neu „eingeführt werden. nopols, das in einem Teile des österreichischen „Gebiets schon 1670 und in Frankreich im Anschluß tan das bestehende Steuerpachtsystem 1674 eingeführt wurde. In letzterm Lande hat das Mono-⸗ pol, das in der Revolutionsperiode aufgehoben und unter Napoleon 1811 wiederhergestellt wurde, den größten finanziellen Erfolg aufzuweisen. Überhaupt wird man dieses System, falls ein sehr hoher Ertrag aus der T. gezogen werden soll, nächst dem englischen als die technisch zweckmäßigste Steuerform anerkennen müssen. Es gestattet eine Abstufung des Steuerzuschlags nach der Qualität der verschiedenen Tabaksfabrikate, es bringt dem Staate außer der eigentlichen Steuer einen Unternehmergewinn ein, der durch möglichst rationellen Großbetrieb vermehrt werden kann, während bei freiem Verkehr sich eine überflüssig große Menge von kleinen Fabrikanten und Zwischenhändlern auf Kosten der Konsumenten einschiebt; das Monopol sichert ferner die Konsumenten gegen Fälschungen des Materials und macht es ihnen möglich, an jedem Orte im ganzen Lande die gleichen Fabrikate zu dem gleichen Preise zu erhalten, wogegen es wenig ins Gewicht fällt, daß nicht die große Mannigfaltigkeit der Qualitäten geliefert werden kann, die bei freiem Verkehr durch zufällige, an sich gleichgültige Geschmacksgewohnheiten entstehen. Der inländische

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 436Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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