Tantalus (grch. Tantalos) war nach der griech. Sage ein Sohn des Zeus (oder des Tmolos) und der Pluto, Vater des Pelops und der Niobe, ein sehr reicher König am Sipylos in Lydien, nach andern in Phrygien und der Vertraute des Zeus, von dem er oft zur Göttertafel geladen wurde. Weil er aber das, was er hier hörte, ausplauderte, wurde von den Göttern über ihn in der Unterwelt schwere Strafe verhängt. Er mußte immer durstend mitten im Wasser stehen, welches allemal, wenn er trinken wollte, zurückwich. Außerdem hingen über ihm die herrlichsten Früchte, welche ebenfalls, sobald er nach ihnen griff, entwichen. Pindar und andere erzählten, es drohte über seinem Haupte ein ungeheuerer Fels in jedem Augenblick den Herabsturz. Nach einigen erlitt er seine Strafe, weil er seinen Sohn Pelops schlachtete und ihn den Göttern, um sie auf die Probe zu stellen, vorsetzte, nach Pindar weil er Nektar und Ambrosia stahl und davon seinen Freunden mitteilte. Seine Nachkommenschaft trafen ungeheuere Unglücksfälle. Man zeigte Thron und Grab des T. am Sipylos. Reste dessen, worin man den Thron des Tantalos zu sehen glaubte, hat man oberhalb des Bildes der Kybele, das man früher für das Steinbild der Niobe hielt, wiedergefunden. [Bruit.