Tapir (Tapirus) heißt eine durch ihre Bezahnung den Nashörnern nahestehende, aber durch die Form ihrer mit Querjochen versehenen Backzähne sehr eigentümliche Säugetiergattung aus der Ordnung der Dickhäuter, mit ungleichzehigen Füßen, wovon die Mittelzehe die längste ist (Perissodaktylen), die sich durch eine bewegliche rüsselartige Verlängerung der Nase, vierzehige Vorder⸗ und dreizehige Hinterfüße auszeichnet. Wie alle Dickhäuter, gehen die T. gern ins Wasser, wohnen im Dunkel der Urwälder und leben von Pflanzenteilen. Durch ihre Gefräßigkeit schaden sie oft den Pflanzungen. Gefahren entgehen sie leicht durch ihre Vorsicht und Schnelligkeit. Der amerikanische Tapir oder Anta (T. Americanus), der herdenweise im ganich tropischen Südamerika vorkommt, hat eine chwarzbraune, dünnbehaarte Haut und wird fast 2m lang und Um hoch. Die Indianer jagen ihn um seines Fleisches willen, ziehen ihn auch jung als Haustier auf. Der etwas größere schwarze indische oder Schabracken-Tapir (T. Indicus), auf Malakka und den ind. Inseln, hat eine einer weißen Satteldecke ähnliche Zeichnung, kommt aber sonst in allem mit dem vorigen überein. In den Gebirgsgegenden Südamerikas kommt eine dritte, abweichende Art vor, welche jetzt als besondere Gattung (Elasmognathus Bairdii) unterschieden wird. Den T. verwandt sind die fossilen Lophiodonten und Paläotherien.