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ErdkundeBrockhaus 1882

Tarasp-Schuls, Kurort im Bezirk Inn (Unterengadin) des schweiz. Kantons Graubünden. Tarasp liegt auf einem hügeligen Plateau rechts von der tiefen Thalschlucht des Inn am Fuße des Piz Pisoc (3178 m), zählt (1880) 346 E. meist kath. Konfession und ladinischer Zunge und besteht aus 1. 1 w. Weilern und Höfen, Vulpera, Avrona u. w., deren Mittelpunkt das Dörfchen Fontana (1401 m) mit der Pfarrkirche, einem kleinen Kapuzinerkloster und der hochgelegenen Ruine der Burg Tarasp ist. Schuls, ein stattliches Dorf, 1210m über dem Meere, 4 km nordöstlich von T. auf dem linken Ufer des Inn gelegen, zählt 913 meist reform. E. Die ganze Gegend ist reich an Mineralquellen, von denen mehrere seit Jahrhunderten bekannt sind und gegenwärtig acht vorzugsweise benutzt werden. Am rechten Innufer in der Gemeinde Tarasp entspringen die Eisensäuerlinge der Bonifacius-⸗ und der Carolaquelle und die kochsalzhaltigen Natronsäuerlinge der Lucius- und der Emeritaquelle, auf dem linken die Natronsäuerlinge der Ursus⸗ und der Badequelle und die Eisensäuerlinge der Wih- und der Suotsasquelle. In der weitern Umgebung finden sich Schwefelquellen, mehrere Schwefelwasserstoff- und Kohlensäuremofetten und die arsenhaltigen Eisensäuerlinge von Val Sinestra (s. d.). Diesem Reichtum an Mineralwassern, dem stärkenden Höhenklima und der großartigen Umgebung verdankt Tarasp-Schuls seine wachsende Bedeutung als Kurort. Zur Unterkunft der Kurgäste (jährlich durchschnittlich 900—1000) dienen das 1864 eröffnete Kurhaus Tarasp-Nairs, das von einem Park umgeben 1280 meüber dem Meer dicht am linken Innufer liegt, mit seinen Dependenzen (Villa, Trinkhalle etc.) etwa 300 Gäste aufnehmen kann und eine der bedeutendsten derartigen Anstalten der Schweiz ist, und zahlreiche Gasthöfe in Schuls und Vulpera. Mit der Station Landquart der Linie Rorschach-Chur ist T. durch die Paßstraße Flüela-Davos-Prättigau, mit dem Oberengadin und der Station Landeck der Arlbergbahn durch die Poststraße des Engadin und des Oberinnthals verbunden. Vgl. Killias, «Der Kurgast von Tarasp-Schulso (Schuls 1877); derselbe, «Die Heilquellen und Bäder von

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 476Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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