Terburg, eigentlich Ter B orch (Gerard), niederländ. Maler, geb. zu Zwolle in Ober-Mfel um 1607, erhielt den ersten Unterricht wahr cheinlich bei seinem Vater, trat sodann eine Reise durch Deutschland nach Italien an, hat aber auch von Hals in Harlem gelernt. Im J. 1648 befand er sich in Münster, wo er die Gesandten des Westfälischen Friedensschlusses in einem großen Bilde malte. Von da reiste er nach Madrid, wo er galanter Abenteuer halber entwichen sein soll. Er ging nach London und dann nach Paris, wo er überall ausgezeichnete Erfolge errang. Reich und angesehen kehrte er in sein Vaterland zurück, ließ sich um 1654 in Deventer nieder und starb daselbst 1681. Mehr als durch seine Porträts ist er wegen seiner Genrebilder bedeutsam. Er ist der Schöpfer und vornehmste Meister der sog. Konversationsmalerei. Das elegante, prunkvolle Leben seiner Zeit mit den zierlich-höfischen Formen, dem gemessenen Benehmen und der üppigen Kostümverschwendung weiß er mit unübertrefflicher Feinheit, mit schärfster Charakterisierung und harmonischem Farbenschmelz zu schildern. Dabei knüpft sich an seine Darstellungen immer ein anekdotisches Interesse. Berühmt durch die Beschreibung Goethes in den Wahlverwandtschaften ist ein Die väterliche Ermahnungo benanntes Bild im Museum zu Berlin. Andere ausgezeichnete Werke von ihm findet man in den Galerien Englands, zu Dresden, Amsterdam, im Louvre, in der Pinakothek zu München, im Belvedere zu Wien u. s. w. T. ist der eleganteste Vertreter der Kabinettsmalerei und entfaltet die höchste Kunst in der Behandlung der kostbaren Stoffe und der zarten Reflexlichter, die von den umgebenden Gegenständen auf dieselben geworfen werden. erceira, eine der zu Portugal gehörigen Azoren (s. d.), hat einen Flächeninhalt von 421 qkm und wird von 46 528 E. bewohnt. Fast allenthalben von steilen Lavafelsen eingeschlossen, ist die Insel nur an wenigen Stellen zugänglich, die durch Festungswerke gedeckt werden. Wie die übrigen Azoren ist auch T. vulkanischer Natur. Im Innern der Insel bildete sich 1761 der Vulkan Bagacina-Pic, der noch jetzt Rauch und Gas ausströmt; seit dieser Zeit wird die Insel von Erdbeben heimgesucht. Der Boden ist sehr fruchtbar. Die Hochebenen der bis zu 1047 m aufsteigenden Gebirge haben herrliche Weiden und blühende Rindviehzucht. Bedeutend ist die Erzeugung von Weizen, Mais und Wein. Letzterer bildet mit dem Bauholz und der Orseille den wichtigsten Ausfuhrartikel. Hauptstadt der Insel und des ganzen Archipels ist Angra (s. d.), Sitz des deutschen Konsulats für den Distrikt Angra. König Philipp II. von Spanien vermochte T. erst 1583 zu erobern, nachdem er schon 1580 Portugal in seine Gewalt gebracht hatte. In neuester Zeit blieb T. in dem Kampfe zwischen Donna Maria und Dom Miguel um die portug. Krone der erstern treu und widerstand allen Angriffen des letztern. Deshalb errichtete 1829 Villaflor (der spätere Herzog von T.) mit Palmella und Guerreiro hier eine Regentschaft im Namen der jungen Königin, und 1832 sammelte hier Dom Pedro die Streitkräfte, mit denen er Dom Miguel in Portugal angriff.