FeedThäter (Jul. Cäsar)
Bildende KunstBrockhaus 1882

Thäter (Jul. Cäsar), namhafter deutscher Kupferstecher, geb. zu Dresden 7. Jan. 1804, erhielt auf der Akademie zu Dresden seine Ausbildung, kam 1820 in das Atelier des Professor Seiffert und wurde zuerst durch den Stich nach einer Zeichnung von Cornelius: Spaziergang am Ostertage, in weitern Kreisen bekannt. Ein Stich nach Vogel von Vogelstein: allegorische Figur der Baukunst, empfahl ihn Rauch in Berlin. Nachdem er dort einige Zeit zugebracht, begab er sich nach München, wo er an Sam. Amsler einen Lehrer und Freund fand, unter dessen Führung T. sich zu einem der namhaftesten Künstler seines Fachs ausbildete. So wurde er 1834 beauftragt, für das Prachtwerk des Grafen A. Raczynski mehrere latten zu stechen. Dann entstanden die großen tiche nach histor. Kompositionen moderner Künstler, mit denen er bis 1840 beschäftigt war. Im J. 1842 wurde er an die Kunstschule zu Weimar, 1844 an die Akademie zu Dresden berufen. Nach Amslers Tode (1849) wurde T. zu dessen Nachfolger bestimmt; er folgte dem Rufe und blieb nun in München, wo er später auch die Konservatorstelle am königl. Kupferstichkabinett erhielt, bis zu seinem 13.Nov. 1870 erfolgten Tode. Unter seinen Werken sind hervorzuheben: Kriemhild beim Leichnam Siegfrieds, nach Schnorr; die Demütigung der Mailänder, nach Mücke; die Hunnenschlacht, nach Kaulbach; Deckenbilder aus der Glyyptothek, nach Cornelius; die Nacht und die Parzen, nach Carstens; die Sachsenschlacht, nach Kaulbach (für den Sächsischen Kunstverein); die Apokalyptischen Reiter, nach Cornelius; der Turmbau zu Babel, nach Kaulbach; die Werke der Barmherzigkeit, nach Schwind; Ritter Kurt, nach demselben; Rudolf von Habsburg, nach Schnorr; Paulus in Athen, nach Rafael. Seine letzte, unvollendete Arbeit war der wunderbare Fischzug, nach Rafael. Seine Stiche zeichnen sich bei einfacher Behandlungsweise in strengem zeichnerischen Stil durch treue Wiedergabe des Charakters der Originale aus.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 599Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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