FeedTheodor II.
GeschichteBrockhaus 1882

Theodor II., Kaiser von Abessinien, 1818 in Scherhie, der Hauptstadt von Quärà an der Westgrenze des christl. Abessinien, geboren, hieß eigentlich Käsä. Sein Vater Hailu war einst Statthalter von Quärä gewesen; seine Mutter war von geringer Herkunft. In dem Kloster Tschankar bei Gondar sollte Käsä zum Geistlichen erzogen werden. Bei der Zerstörung desselben in einem Krieg der Häuptlinge entkam er durch die Flucht, lebte dann eine Zeit lang in der Familie seines hochgestellten Oheims Kenfü, nahm an den innern blutigen Fehden derselben teil, aber auch hier von Mißgeschick verfolgt, floh er in das entlegene Bergland von Saharo und wurde Anführer einer der zahlreichen Räuberbanden. Als solcher machte er sich gefürchtet und wurde von Menen, der Mutter des Ras Ali, mit der Statthalterschaft von Quärd betraut. Im Herbst 1846 trat er als Rebell auf und erhielt siegreich von Ras Ali die Landschaften der Menen um Gondar herum und den Titel Dedschazmatsch (Herzog). Weiter besiegte er in rascher Folge im Nov. 1852 Goschu, den Fürsten von Godscham, im Januar und Juni 1853 den Ras Ali selbst, im Mai 1854 Berü, den So Goschus, und zuletzt im Febr. 1855 den Ub Deschatsch von Tigre, in der Schlacht bei Derask und ließ sich zwei Tage darauf durch Abuna S lamä als T. II. zum Kaiser (Negus) von Abest nien krönen. Ein Theodor I. hatte im 15. Jahr über Abessinien geherrscht, und Käsa wählte diese Namen, weil in Abessinien die Sage ging, daß ei

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 615Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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