Theresienstadt (slaw. Terezin), Stadt und Festung in der Bezirkshauptmannschaft Leitmeritz des Königreichs Böhmen, Station der Linie Wien-Bodenbach der Ssterreichisch-⸗Ungarischen Staatsbahnen, auf beiden Seiten der Eger unweit der Mündung dieses Flusses in die Elbe gelegen und bis zur Elbe hinüberreichend, in einer überaus fruchtbaren, obstreichen Gegend, das Böhmische Paradies genannt, hat (1880) eine Civileinwohnerschaft von 2689 Seelen, zur Hälfte deutscher und czech. Nationalität; mit Militär beträgt die Zahl der Einwohner 7014. Der Ort ist als ein Hauptwaffenplatz für Böhmen und als Kriegslager, in welchem 16000 Mann bequem Platz finden können, von Bedeutung. Die weitläufigen Festungswerke können durch den an der linken Seite der Eger gegrabenen Ausfluß unter Wasser gesetzt werden, mittels Schleusen, die durch eine Citadelle gedeckt sind. T. wurde an der Stelle des rasierten Dorfs Kopist von der Kaiserin Maria Theresia, die ihm den Namen gab, 1780 gegründet und von Joseph II., der 10. Okt. 1780 den Grundstein legte, zu einer königl. Freistadt erhoben. Im Deutschen Kriege von 1866 geschah aus der Festung T. noch 28. Juli ein Ausfall gegen die preuß. Rückzugslinie, indem der österr. Kommandant von dem Waffenstillstandsabschluß vom 26. Juli in Unkenntnis gelassen worden war.