FeedTibullus (Albius)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Tibullus (Albius), röm. Elegiker zur Zeit des Augustus, aus einer röm. Ritterfamilie, befreundet mit dem hochstehenden Freunde des Augustus, Messalla, zu dessen Ruhm er neben sonstigen Erwähnungen die Elegie 2, 5 geschrieben und den er auf dem Feldzuge nach Aquitanien 30 v. Chr. begleitete. Sonst lebte T. in der Stille auf einem kleinen Gute bei Tibur ländlichen Beschäftigungen und der Dichtlunst, starb aber schon in der Blüte seiner Jahre um 18 v. Chr. T. machen die Einfachheit seines Gefühlsausdrucks, sowie die Innigkeit seiner Naturschilderungen, verbunden mit tiefer Sehnsucht nach treuer Liebe zu einer eigentümlichen Erscheinung unter den Dichtern des augusteischen Zeitalters. Von den vier Büchern, in welche man die Clegien teilt, die unter seinem Namen lin den bessern Handschriften in drei Büchern) auf uns gekommen sind, wird übrigens das dritte als in Stil und Ton von T. Art zu sehr abweichend, mit Recht ihm abgesprochen. Der Verfasser desselben nannte sich Lygdamus, aber wahrscheinlich ist dies nur ein angenommener Name. Jedenfalls gehörte er dem Kreise des Messalla an, wie die Sulpicia (s. d.), der einige Elegien zugeschrieben werden. Gute Ausgaben besorgten: Voß (Heidelb. 1811), Lachmann (Berl. 1829), Dissen (Gött. 1835), Haupt (zusammen mit Catull und Properz, Lpz. 1853; 5. Aufl., von Vahle 1885), Roßbach (Lpz. 1862), Lucian Müller (Lpz. 1870), Bährens (Lpz. 1878), Hiller (Lpz. 1883). übersetzungen sind vorhanden von Voß (1810), Teuffel (Stuttg. 1854), Binder (Stuttg. 1862), Eberz (Frankf. 1865) u. a. Vgl. auch Gruppe, „Die röm. Elegier (Lpz. 1839).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 677Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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