Tiutschew (Fedor Iwanowitsch), russ. Dichter, geb. 5. Dez. (23. Nov.) 1803 im Gouvernement Grodno, studierte in Moskau, war dann bei den russ. Gesandtschaften in München und Turin thätig, endlich seit 1857 Präsident des Komitees für auswärtige Censur in Petersburg, in welcher Stellung er 27. (15.) Juli 1873 starb. Seine, zum Teil im Geiste der slawophilen Schule gehaltenen Gedichte zeichnen sich durch Wärme des Gefühls und Formvollendung aus; sie erschienen gesammelt in Petersburg 1868. Eine Anzahl davon wurde von H. Noe ins Deutsche übersetzt (Münch. 1861). T. lieferte auch gute übersetzungen namentlich aus deutschen Dichtern, wie Heine, Goethe, Schiller u. a. TI, chem. Zeichen oder Symbol für Thallium.
Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 723Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei