Torstenson (Lennart), Graf von Ortala, s chwed. Feldherr im Dreißigjährigen Kriege, ward 17. Aug. 1603 zu Torstena bei Wenersborg in der schwed. Provinz Westgothland geboren und diente von Jugend auf als Page und im Heere des Königs Gustav II. Adolf. Als Oberst der Artillerie kam er 1630 mit Gustav Adolf nach Deutschland und machte unter diesem, nachher unter Baner, alle Feldzüge mit. Er organisierte die Feldartillerie, führte die ledernen Kanonen ein und entschied durch ihre Verwendung als Massenartillerie mehrfach die Schlachten. Bei dem Sturm auf Wallensteins Lager bei Nürnberg 24. Aug. 1632 wurde er gefangen und von Kurfürst Maximilian I. von Bayern sechs Monate lang in einem feuchten Kerker zu Ingolstadt eingesperrt, wo seine Gesundheit sehr litt. Endlich bewirkte Wallenstein seine Auswechselung. Im Frühjahr 1641 kehrte er wegen zunehmender Kränklichkeit nach Schweden zurück. Als jedoch kurz darauf Baner starb, übertrug ihm die schwed. Regierung den Oberbefehl in Deutschland. Am 15. Nov. 1641 traf er wieder bei der Armee ein, die damals bei Winsen an der Aller (Provinz Hannover) gelagert war. Er brachte neue Truppen und Geld mit und sah V bald im Stande, den Krieg nach Schlesien und Mähren zu versetzen. Aber vor der übermacht des Feindes mußte er sich nach Sachsen zurückziehen, wo er Leipzig belagerte. Am 23. Okt. (2. Nov. neuen Stils) 1642 wurde er bei Breitenfeld (s. d.) von den Kaiserlichen unter Erzherzog Leopold Wilhelm und Piccolomini angegriffen, schlug aber den Feind und drang aufs neue nach Schlesien und Mähren vor. Im Herbst 1643 zog T. gegen den dän. König Christian IV., der sich gegen Schweden feindselig zeigte, nordwärts, überschritt bei Trittau 21. Dez. 1643 die holstein. Grenze und eroberte schnell die ganze Cimhrische Halbinsel, mit Ausnahme der Festungen Glückstadt und Crempe. Der kaiserl. General Gallas rückte den Schweden nach, um sie auf der Halbinsel abzuschneiden. T. zog aber im Sept. 1644 unerwartet bei ihm vorbei nach Deutschland. Gallas folgte und wurde von T. so in die fl Enge getrieben, daß er sich endlich mit dem Rest seiner Truppen (2000 Mann) nach Böhmen retten mußte. Bald darauf drang T. in Böhmen ein, um sich mit dem Fürsten Georg IJ. Räköczi (s. d.) von Siebenbürgen zu vereinigen, der kurz vorher mit dem Kaiser in Krieg geraten war. Ein kaiserl. Heer unter Hatzfeld und Götze kam ihm entgegen, aber erfocht bei Jankow 24. Febr. (6. März neuen2 Stils) 1645 einen glänzenden Sieg. Er näherte r sich hierauf Wien, sodaß er 9. April die Schanze an er Donaubrücke eroberte. Die Schweden vereinig-0 ten sich nun in Osterreich ungehindert mit Raköczi.K Allein dieser schloß bald nachher Frieden mit dem se Kaiser. Vom Podagra heftig geplagt, war T. öfters genötigt, sich sogar während des Treffens in d einer Sänfte tragen zu lassen. Diese Kränklichkeit si bewog ihn, den Oberbefehl abzugeben und im Herbst 1646 nach Schweden zurückzukehren, wo ihn die Königin Christine 14. Febr. 1647 zum Grafen erhob und zum Generalgouverneur von Westgothland ernannte. T. starb zu Stockholm 7. April 1651. Er war ein großer Feldherr, sowie ein Freund der Wissenschaften und Künste. Bgl. KSwensk Plutarchs (Stockh. 1824); Watts de Peyster, Eulogy of T. (Neuyork 1872).