Tortola, eine der Virginischen oder Jungferninseln in Westindien, und zwar die wichtigste unter den zu Großbritannien gehörigen, weshalb das unter dem Gouvernement Antigua stehende Vizegouvernement der Virgin-Islands auch Gouvernement T. genannt wird. Die Insel liegt gegen Osten von St.-Thomas, und zwar zwischen St. Jean und Virgin-Gorda, ist 19 kmelang, 3—6 Em breit und nur 64,31 qkm groß. Im Gegensatz zu der im Nordosten gelegenen ganz flachen und bei Hochflut oft ganz überschwemmten Insel Anegada besteht T. ausschließlich aus einer Kette kühn geformter malerischer Berge, welche ostwestlich streichend steil aus der tiefen, fischreichen See emporsteigen und 189— 542 m (Mount Sage) hoch sind. Der Nachteil der steilen Beschaffenheit der vielfach eingebuchteten Küste für die Schiffahrt wird ersetzt durch einen vorzüglichen, vollkommen sichern Hafen. Die Insel ist zu uneben und felsig für irgend beträchtlichen Anbau. Der früher nicht unbedeutende Zuckerbau ist fast gänzlich eingegangen. Neuerdings hat man mit einigem Erfolg den Anbau von Baumwolle versucht. — Die Stadt Tortola, die einzige der Insel, Sitz des Gouverneurs und Verwaltungsrats der Kolonie, liegt am Westende des Haupthafens. Das ganze Gouvernement, wozu außer T. und Anegäda noch Virgin-Gorda oder Penniston, Jost van Dyke, St. Peter, Beef-Island, Guana-Island und acht ganz kleine Inseln gehören, umfaßt 165 akm. Der Census vom 1. April 1881 ergab 5287 E., meist Neger. Die Einnahme betrug 1883 nur 2000 Pfd St., die Ausgabe ebenso viel, die Einfuhr 7000, die Ausfuhr 5000 Pfd. St.