Totes Meer, in der Bibel das Salzmeer, Meer der Heide oder das OÖstliche Meer, bei Griechen und Römern der Asphaltsee, bei den Arabern noch heute Lots See genannt, ist ein sehr merkwürdiger Landsee im Südosten Palästinas, dessen Spiegel 394 m tiefer liegt als derjenige des Mittelmeers und von dessen Grunde sich von Zeit zu Zeit nach Erderschütterungen Asphaltmassen auf die Oberfläche heben. Das Tote Meer hat bei einer Länge von 70 Ekxm eine Breite von 15 km und eine Oberfläche von 1283 akm. Der Jordan und andere Flüsse führen ihm eine beträchtliche Wassermasse zu, welche aber durch eine starke Verdunstung, und zwar nur durch diese, sich wieder verliert, sodaß das Niveau sogar sich allmählich senkt. Die tiefe Lage zunächst den sich im Osten und Westen erhebenden schroffen Gebirgsreihen macht das Klima zu einem fast tro-f pisch heißen. Am Südwestende erhebt sich ein ganzer Berg von Steinsalz; auf der Ostseite gibt es gleichfalls Salzblöcke und warme Quellen, auch Schwefel findet sich reichlich. Das Wasser ist außerordentlich klar, aber stark salz und bromhaltig und spezifisch schwer; weder Fische noch überhaupt organische Wesen können darin bestehen. Auch die Um-f2 gegend hat nur eine äußerst spärliche Vegetation. Alles hat ein verbranntes Aussehen und die Natur f ist wie tot, daher der Name. Der am südwestl. Ufer erhaltene Name Usdum erinnert an Sodom;: von Gomorrha hat sich jeder Anklang verloren. Jedenfalls dürfte nur in dem 2—4 m tiefen Süddrittel des Sees das zufolge der Genesis einst mit l seinen Ortschaften verschlungene Thal Siddim zu d suchen sein, während der bis zu 400 m tiefe Nord-k teil von jeher als Abzugsbassin für den Jordan und die kleinern Flüsse in Anspruch genommen werden muß. Vgl. Robinson, «Palästinar (3 Bde., Halle l 1840—42); Lynch, «Official report of the U. S.2 expedition to explore the Dead Sea and the Jordan (Baltimore 1852; deutsch, Lpz. 1853); Fraas, Aus dem Oriente (Stuttg. 1867); de Luynes, „Voyage d'exploration à la mer morte, ete. (herausg. von Vogué, 2 Bde., Par. 1871—7J).