Troxler (Ignaz Paul Vital), deutscher Philosoph, geb. 17. Aug. 1780 zu Münster im Kanton Luzern, begab sich 1800 nach Jena, wo er einer der eifrigsten Anhänger der Schellingschen Naturphilosophie wurde, von da nach Göttingen und nach Wien. In Luzern widmete er sich seit 1806 der ärztlichen Praxis. Seine Schrift Einige Worte über die grassierende Krankheit und die Heilkunst im Kanton Luzerno zog ihm jedoch heftige Verfolgung zu, sodaß er nach Wien zurückkehrte. Im J. 1808 wandte er sich nach seiner Vaterstadt Münster. Auch jetzt blieb die Philosophie seine Lieblingswissenschaft, wie seine „Blicke in das Wesen des Menscheno (Aarau 1811) beweisen. Bei Gelegenheit der Wirren von 1814 kam er einige Zeit in Haft. Hierauf ging er in einer polit. Sendung nach Wien und von da nach Berlin. Im J. 1816 hielt er sich in Aarau auf,‚ wo er das Reue schweiz. Museumo herausgab, und 1817 begann er in Münster das Archiv für Medizin und Chirurgieo. Im J. 1820 übernahm T. in Luzern den Lehrstuhl der Philosophie und Geschichte. Seine Schrift «Fürst und Volk nach Buchanans und Miltons Lehres (Aarau 1821) veranlaßte seine Entfernung von der Anstalt. Hierauf lebte er in Aarau und errichtete hier ein Erziehungsinstitut. Im J. 1830 ging er an die Universität zu Basel als Lehrer der Philosophie. Doch schon 1831 kam er als Rektor der Universität in den Verdacht der Teilnahme an dem Aufstande der Landschaft Basel und wurde seiner Stelle entsetzt, jedoch in der Hauptsache freigesprochen. Er lebte sodann auf einem Gute bei Aarau und wurde 1834 Professor an der neuerrichteten Hochschule in Bern. In diese Zeit fiel eine gänzliche Umgestaltung seiner philos. Ansichten, indem er sich von Schelling ab⸗ und der Hauptsache nach zu Jacobi zurückwendete. In diesem Sinne schrieb er die Naturlehre des menschlichen Erkennens oder Metaphysiko (Aarau 1828), Logik, Wissenschaft des Denkens und Kritik aller Erkenntniso (3 Bde., Stuttg. 1829—30) und Vorlesungen über Philosophies (Bern 1835; 2. Aufl. 1842). In der letzten Zeit lebte T. zurückgezogen auf seinem Gute bei Aarau, wo er auch 6. März 1866 starb.