FeedTschernytschew-Kruglikow
GeschichteBrockhaus 1882

Tschernytschew-Kruglikow nannte; 1852 begnadigt, kehrte Graf Sachar nach Rußland zurück. Der wichtigste Sprößling des ältern Zweigs ist der General der Kavallerie, Generaladjutant, Präsident des Reichsrats und des Ministerrats, Fürst Alexander Iwanowitsch T., geb. 1779, welcher an den Feldzügen gegen Napoleon lebhaften Teil und als Botschafter in Paris 1811 durch Bestechung den franz. Operationsplan gegen Rußland in Erfahrung brachte. Dies wurde jedoch bald bemerkt, und T. sollte verhaftet werden, entkam jedoch über die Grenze. Im Feldzuge von 1812 führte er den kühnen Zug im Rücken der franz. Armee aus, auf welchem er den General Winzingerode aus der Gefangenschaft befreite. Im März 1813 vertrieb er den General Augereau aus Berlin, schlug den westfäl. General Ochs bei Halberstadt, nahm durch überfall Kassel und erstürmte 1814 Soissons. Zum Generallieutenant befördert, begleitete T. den Kaiser Alexander nach Wien, später nach Aachen und Verona und wurde zu mehrern diplomatischen Sendungen verwendet. Nachdem er 1825 die in der zweiten Armee ausgebrochene Empörung unterdrückt, wurde er bei der Krönung des Kaisers Rikolaus in den Grafenstand erhoben und 1828 zum Kriegsminister und Chef des kaiserl. Hauptstabes ernannt. Unter seiner Verwaltung wurde das russ. Heer vollständig reorganisiert und die Friedensstärke desselben fast verdoppelt, wofür ihn Nikolaus 1841 mit der Fürstenwürde belohnte. Auch wurde er 1848 Präsident des Reichsrats und des Ministerrats, wogegen er 1852 die Leitung des Kriegsministeriums Alters halber niederlegte. Er starb 20. Juni 1857 in Castellamare in Süditalien. — Sein einziger Sohn, Fürst Leo T., ist kaiserl. Generaladjutant.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 882Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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