FeedUlrike Eleonore
GeschichteBrockhaus 1882

Ulrike Eleonore, Königin von Schweden, 1718—20, geb. zu Stockholm 23. Jan. 1688, war die zweite Tochter des Königs Karl XI. und die jüngere Schwester Karls XII. (s. d.) von Schweden. Seit dem Tode ihrer ältern Schwester Hedwig Sophia (geb. 1681, gest. 1708), die mit Herzog Friedrich IV. von Schleswig-Holstein-Gottorp vermählt war und einen Sohn, Karl Friedrich, hinterließ, galt U. als die nächstberechtigte Thronerbin. Als KarlXII. zu Bender in der Türkei den wiederholten Bitten um baldige Rückkehr nach Schweden kein Gehör gab, ließ sich U. im Nov. 1713 durch den Reichsrat bewegen, die Regierung zu übernehmen und die Reichsstände einzuberufen, um eine friedliche Politik einzuleiten. Da aber ihr Bruder, der inzwischen wieder in Stralsund eintraf, diese Anmaßung aufs entschiedenste mißbilligte, so zog sie sich schon zu Anfang 1714 von den Staatsgeschäften zurück. Am 24. März 1715 vermählte sich U. mit dem Erbprinzen Friedrich von Hessen-Kassel (geb. 28. April 1676), der bald darauf zum schwed. Generalissimus ernannt wurde. Nach dem Tode Karls XII., 30. Nov. (11. Dez.) 1718, ließ Prinz Friedrich im schwed. Lager sofort seine Gemahlin zur Königin ausrufen, ohne Rücksicht auf die Erbansprüche ihres Schwestersohnes Karl Friedrich. Um jedoch die definitive Anerkennung des Reichsrats und der Reichsstände zu erlangen, mußte U. förmlich das ständische Wahlrecht anerkennen und in der Wahlkapitulation auf die wichtigsten Rechte der Krone verzichten, worauf ihre Krönung 17. März 1719 zu Upsala erfolgte. Auf ihren Wunsch ward ihr Gemahl von den Reichsständen als regierender König anerkannt und 3. Mai 17²⁰ gekrönt. Seit der Nordische Krieg durch die Friedensschlüsse von 1719—21 beendigt war, genoß Schweden unter der Herrschaft dieses kinderlosen Königspaars eine lange Ruhe, die nur durch einen kurzen Krieg gegen Rußland 1741—42 unterbrochen ward. Die Königin U. starb 21. Nov. 1741, und der König-Landgraf Friedrich 25. März 1751, worauf der von den Reichsständen erwählte Thronfolger Adolf Friedrich (s. d.) aus dem Hause Schleswig-Holstein-Gottorp succedierte.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 10Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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