FeedKarl XI.
GeschichteBrockhaus 1882

Karl XI., König von Schweden, Sohn des vorigen und der Hedwig Eleonore von Holstein-Gottorp, geb. 24. Nov. 1655, war erst 4 J. alt, als ihm die Krone zufiel. Während seiner Minderjährigkeit (1660 — 72) führten die Königin-Witwe und die höhern Reichsbeamten die Regierung. Ein mit Frankreich geschlossener Vertrag riß Schweden in den Krieg Ludwigs XIV. gegen Holland und Brandenburg hinein; nach der Niederlage der Schweden bei Fehrbellin (1675) rüsteten sich der Kaiser, das Deutsche Reich, Holland und Dänemark, Schweden aus seiner Machtstellung zu drängen. Am gefährlichsten war der dän. Angriff, der auf die neuerworbenen südschwed. Provinzen gerichtet war. Jedoch gelang es K. durch die Siege bei Halmstad und Lund (1676) und Landskrona (1677), seine Stellung zu behaupten, und der auf Ludwigs XIV. Geheiß geschlossene Friede (1679, zu St.⸗Germain, Fontainebleau und Lund) führte keine erhebliche Beschränkung der schwed. Macht herbei. K. konnte sich nun ungestört den innern Angelegenheiten widmen. Er brach die aristokratische Übermacht und regelte seine Souveränetätsrechte nach franz. Muster. Heer und Flotte wurden neugeschaffen, und die Finanzen besserten sich dergestalt, daß in den letzten Jahren K.s keine außerordentlichen Steuern nötig waren. Die Ractsy Verwaltung ward neu organisiert, die Rechtspflege verbessert und eine neue Redaction der Landesgesetze ins Werk gesetzt. K. starb zu Stockholm 5. April 1697.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 122Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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