Unschuld nennt man den Zustand eines Menschen, in welchem er das Böse noch nicht kennt. Der Stand der Unschuld wird in derschristl. Glaubenslehre dem Stande der Verderbnis entgegengesetzt und der Zustand genannt, in welchem sich die ersten Menschen vor dem Sündenfalle befunden haben sollen. U. ist in diesem Sinne die ursprüngliche Unverderbtheit und Reinheit der menschlichen Natur, in der sie das Ebenbild Gottes noch unentstellt an sich trug.
Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 47Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei