FeedValentinois
ErdkundeBrockhaus 1882

Valentinois, ehemals franz. Grafschaft, unter en Bourbonen zum Gouvernement Dauphiné geg, nördlich von der untern Isere, westlich vom öne begrenzt, ist der westliche Teil des Depart. öme und hatte zur Hauptstadt Valence (s. d.). Schon zur Zeit des ersten Königreichs Burgund (bis 534) erscheint V. als Pagus Valentinus ziemlich in den spätern Grenzen. milrh in Enala; der 14. Febr., war früher namentlich in England und Schottland durch einen alten Brauch ausgezeichnet. Am Abend vor St. Valentin wurden von jungen Leuten des einen Geschlechts eine ihrer Anzahl entsprechende Menge von Losen, die mit ebenso viel Namen von Personen des andern Geschlechts bezeichnet sind, in ein Gefäß gethan. Darauf zog einer nach dem andern ein Los heraus, und jeder erhielt diejenige Person, deren Namen er gezogen hatte, zu seinem Valentin oder seiner Valentine. Die durch den Zufall des Loses herbeigeführte Gesellung der Namen hatte die Folge, daß für ein — der Valentin in ein Verhältnis mit seiner Valentine trat und ihr zu Diensten verbunden blieb, ungefähr in dem Sinne, wie die mittelalterlichen Romane das Verhältnis des Ritters zu seiner Dame faßten. Die Sitte ist wahrscheinlich heidnischen +π Noch jetzt bietet der V. zu allerhand Scherzen Veranlassung. In Deutschland hat man den Namen Valentin geknüpft an die Epilepsie, die bei Schriftstellern des 16. Jahrh. als St. Valtins Krankheit, St. Veltins Siechtag oder Veltenstanz erscheint.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 103Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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