FeedVergoldung. Vergolden heißt
NaturlehreBrockhaus 1882

Vergoldung. Vergolden heißt, einen Gegenstand von Metall, Holz, Porzellan, Glas u. s. w. mit einem Überzuge von Gold versehen, sodaß er äußerlich das Ansehen und auch, was das Verhalten 0 atmosphärischen Einflüssen anlangt, die Eigenschaften des Goldes annimmt. Es gibt verschiedene Wege zur Erzeugung solcher Überzüge. Nichtmetallische Gegenstände gestatten nur die Befestigung einer dünnen Überkleidung von zartgeschlagenen lechten oder unechten) Goldblättchen vermöge eines klebenden Bindemittels, wie Eiweiß, Leim, Firnis u. s. w. Die Holz⸗ und Steinvergoldung gründet sich auf dieses Prinzip, welches indes auch bei einigen gröbern Metallobjekten Anwendung findet. Für die allgemeinere V. metallener Gegenstände hat sich von den mancherlei ältern Methoden noch zum Teil die Feuervergoldung erhalten; das weitaus gewöhnlichste Verfahren ist aber das der galvanischen oder elektrochem. V. Die Feuervergoldung, die als eine dauerhafte V. bei Gegenständen von Bronze, Messing und Silber angewendet wird, besteht im wesentlichen darin, daß man Gold mit Quecksilber zu einem Amalgam verbindet, dieses auf den gereinigten Metallgegenstand aufstreicht und endlich durch Erhitzen das Quecksilber in Dampfgestalt wegtreibt, wonach das Gold festhaftend zurückbleibt. Sie wird aber durch die Anwendung des Ouecksilbers kostspielig und für die Arbeiter gesundheitsgefährlich, eignet sich auch nicht zur Darstellung eines sehr dünnen Goldüberzugs, wie er der Wohlfeilheit halber oft gewünscht wird. Man hat diesen übelständen durch die kalte Vergoldung und die verschiedenen Arten der nassen Vergoldung abzuhelfen gesucht, ohne aber damit den Zweck in vollem Maße zu erreichen, bis man in der galvanischen Vergoldung eine Methode fand, welche auf wohlfeilem Wege und schnell vollkommen schöne Goldüberzüge von jeder beliebigen (also auch der allergeringsten) Stärke zu liefern vermag. Zu diesem Behufe wird eine Goldauflösung leine Lösung von Cyangold in Cyankalium) in ein Gefäß von Glas, Porzellan oder emailliertem Gußeisen geeben, in welcher der vorläufig gut gereinigte Gegen-Rand ganz davon bedeckt werden muß. Sodann führt man die Leitungsdrähte von den Polen einer konstant wirkenden galvanischen Batterie oder einer magneto-elektrischen Maschine, z. B. der von Gramme oder von Heffner-Alteneck (ogl. H. Schellen, Die magnet- und dynamo-elektrischen Maschineno, Köln 1879) in die Flüssigkeit ein. An das Ende des positiven oder Zinkpoldrahts wird ein dünn ausgewalztes Stück Goldblech befestigt, welches zum Teil in die Flüssigkeit eintaucht; mit dem negativen oder Kupferpoldrahte setzt man den zu vergoldenden Gegenstand in die innigste Berührung. Die galvanische V. ist in dauernder Zunahme begriffen, wenn sie auch bei Herstellung unechter Schmucksachen aus Bronze in Mißkredit gekommen ist; man ist daher vielfach wieder nach dem Vorgang von Paris auf das Plaqué zurückgekommen und bezeichnet solche Waren als Talmi (s. d.). Vgl. Winkler, «Taschenbuch der V. und Versilberungo (2. Aufl., Lpz. 1862); H. Meidinger, Amtlicher Bericht über die wiener Weltausstellungs (Bd. 3, 2. Abteil., Braunschw. 1874).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 207Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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